Theater Center Forum: Eine Meisterin der Manipulation und ihr mörderischer Plan

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„Es war nicht die Fünfte, es war die Neunte“: Sandra Högl und Alexander Hoffelner glänzen als manipulative Eva und höriger Bruno. (Foto: Angelitera)

Eva ist eine Meisterin der Manipulation – und alles, was sie sich in den Kopf setzt, muss auch so geschehen. Geschickt fädelt sie es ein, dass der junge Mann, den sie am Strand kennenlernt, nach und nach zum willenlosen Wesen mutiert. Bruno, der Unglücksrabe, verfällt der jungen, hübschen, augenscheinlich fürsorglichen Frau, und schon ist es um sein beschauliches Dasein geschehen.

Eva gelingt es mühelos, die Obrigkeit davon zu überzeugen, dass nicht sie, sondern Bruno auf der Rückfahrt vom Strandausflug einen Unfall mit Todesfolge verursacht hat (Brunos Auto hatte Eva zuvor zu Schrott gefahren), weshalb der gutgläubige junge Mann eine Gefängnisstrafe ausfasst. Von der Arrestzelle geht es aber direkt in eine psychiatrische Einrichtung, auch von Eva gedeichselt, um Bruno einen mehrjährigen Aufenthalt in der Haftanstalt zu ersparen. Da wie dort besucht die junge Frau ihren „Schützling“ und versorgt ihn mit Orangen, die dieser jedoch gar nicht goutiert.

Exzellentes Ensemble: Ronny Hein (l.), Alexander Hoffelner und Sandra Högl im Theater Center Forum (Foto: Angelitera)

Zwischenzeitlich stellt Eva Brunos Leben vollends auf den Kopf, verschafft sich Zutritt zu seiner Wohnung und lässt auch dort keinen Stein auf dem anderen. Denn Eva hat nur ein Ziel: Sie möchte ihren Ehemann loswerden, und um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, hat sie Bruno auserkoren, in dessen Leben sie sich mehr und mehr einnistet. Spannend wird es, als sie die beiden Männer miteinander bekannt macht – und diese ihre Sympathien füreinander entdecken…

Aldo Nicolajs schwarze, zugleich höchst vergnügliche Komödie „Es war nicht die Fünfte, es war die Neunte“ hat Angelica Schütz im Theater Center Forum als Produktion ihres Vereins „Angelitera“ brillant und schwungvoll inszeniert, mit einem exzellenten Ensemble, dem die Spielfreude deutlich anzumerken ist: Sandra Högl agiert herzerfrischend als Eva, die die Fäden in der Hand hält und der es scheinbar mühelos gelingt, anderen Menschen ihren Willen als den eigenen unterzujubeln, ebenso glänzend Alexander Hoffelner als geplagter Bruno, der sich mit den neuen Verhältnissen wohl oder übel arrangiert, und Ronny Hein großartig als Ehemann Mario, der gelernt hat, mit der „Naturgewalt“, die seine Gattin verkörpert, umzugehen.

Grandios auch die Szenerie von Erwin Bail, der das Maximum aus der kleinen Bühne herausgeholt hat: Hängetafeln und einige Sitzgelegenheiten stellen den Strand, das Spital und die Psychiatrie dar. Ein schwarzes Sofa samt Tagesdecke und Wände, die mit unterschiedlicher Dekoration – astronomische Poster versus Tapete mit Gemälde – herausgedreht werden können, repräsentieren die beiden Wohnungen. Fazit: Sehr amüsant und absolut sehenswert!

Gespielt wird bis 13. Mai (täglich außer sonntags und montags) im Theater Center Forum (9., Porzellangasse 50), Beginn: jeweils 20 Uhr.

Weitere Informationen: www.theatercenterforum.com

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