teatro caprile: Auf der Flucht ins gelobte Land durch die Krimmler Bergwelt

Stationentheater nach historischen Fakten: Das teatro caprile zeichnet mit dem Stück „Geschlossene Grenzen – Gefährliche Flucht. Ins gelobte Land – Eretz Austria“ die Flucht jüdischer „displaced persons“ über den Krimmler Tauern nach. (Foto: Adrian Leiter)

Das Ensemble teatro caprile spürt auf geführten Tageswanderungen im Rahmen des Stationen-Theaterstücks „Geschlossene Grenzen – Gefährliche Flucht. Ins gelobte Land – Eretz Austria“ den Schicksalen der jüdischen „displaced persons“ nach, die im Sommer des Jahres 1947 die Flucht durch die Krimmler Bergwelt wagten.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges konnten oder wollten die meisten osteuropäischen Juden, die den Holocaust überlebt hatten, nicht mehr in Europa bleiben. In den Jahren 1945 bis 1948 wurden etwa 250.000 Juden aus Osteuropa illegal in die westlichen Besatzungszonen geschleust. Hier lebten sie als „displaced persons“ in Lagern, wie etwa dem Lager „Givat Avoda“ in Saalfelden, mit dem Ziel der Flucht nach Palästina bzw. „Eretz Israel“ (Land Israel).

Das Ensemble teatro caprile folgt auf einer Tageswanderung im Krimmler Achental dieser illegalen Auswanderung jüdischer „displaced persons“ im Sommer 1947. Während die Briten als Mandatsmacht über Palästina und die Franzosen über Syrien und den Libanon eine legale Ausreise der Juden aus den österreichischen Lagern und vor allem ihre Einwanderung nach Palästina verhindern wollten, tolerierten die amerikanischen Besatzungstruppen in Oberösterreich und Salzburg diese Bewegungen. Das Innenministerium wies die Krimmler Gendarmerie explizit an, „nicht aus dem Fenster zu schauen“ und dadurch den beschwerlichen Exodus – Gruppen von bis zu 200 Personen gingen über den 2.634 Meter hohen Krimmler Tauern – passieren zu lassen.

In Szenen im freien Gelände auf dem Weg von Krimml (1.067 Meter Seehöhe) bis zur Windbachalm (1.880 Meter Seehöhe) wird die mühevolle Flucht nachgezeichnet. Im „Land der Väter“ wollten die Überlebenden der Konzentrationslager im Sinne Theodor Herzls einen jüdischen Staat gründen, der den Juden eine friktionsfreie Zukunft als Nation ermöglichen sollte.

Organisiert waren diese Flüchtlingstrecks durch die hochalpine Landschaft damals von der jüdischen Fluchthilfeorganisation Bricha, die über ein engmaschiges Netz von Stützpunkten entlang der Fluchtrouten bis nach Süditalien verfügte. Der heute 104-jährige Marko Feingold, KZ-Überlebender und Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburgs, hatte gemeinsam mit dem Bergführer Viktor Knopf, ebenfalls Überlebender mehrerer Konzentrationslager, den Weg über den Krimmler Tauern entdeckt, nachdem der Reschenpass und der Brenner (beide in der französischen Zone) für Flüchtlinge nicht mehr passierbar waren.

In „Geschlossene Grenzen – Gefährliche Flucht. Ins gelobte Land – Eretz Austria“ spielen Katharina Grabher, Heide Maria Hager, Céline Nerbl, Astrid Perz, Ivana Stojkovic und Andreas Kosek, der auch für Recherche und Regie verantwortlich zeichnet. Als Erzähler und Coach im alpinen Gelände wirkt Hans Nerbl mit.

Die Wanderungen finden am 22., 23. und 25. Juni statt, Treffpunkt ist jeweils um 8.45 Uhr beim Tourismusbüro in Krimml. Die Veranstaltungen finden bei jedem Wetter statt! Verkürzte Wanderungen und Szenen in trockenen Ausweichquartieren sind vorbereitet.

Eine Voranmeldung ist unbedingt erforderlich! Informationen und Kartenverkauf: Tourismusverband Krimml info@krimml.at

Bitte beachten: Hunde sind bei der Wanderung nicht erlaubt! Der Rücktransport erfolgt mit dem Nationalparktaxi vom Krimmler Tauernhaus um 17 Uhr. Grundkondition und Trittsicherheit werden voraus gesetzt, festes Schuhwerk, Sonnenschutz und Trinkwasser nicht vergessen! Die Teilnahme erfolgt auf eigene Verantwortung.

Weitere Informationen: www.teatro-caprile.at bzw. www.facebook.com/teatrocaprile

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