Kultur Schatulle

Kultur-Schätze aus Wien und München

28. September 2016
nach Anja Schmidt
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Freie Bühne Wieden: Zeitlose Charakterstudie in edlem Gewand

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Ehepaar am Scheideweg: Michaela Ehrenstein und Johannes Terne als Genia und Friedrich Hofreiter (Foto: Rolf Bock)

Die Freie Bühne Wieden feiert heuer im Dezember ihr 40-jähriges Bestehen, und zum Saisonauftakt setzte Direktorin Michaela Ehrenstein einen Klassiker der österreichischen Literatur des Fin de Siècle auf den Spielplan: die Tragikomödie „Das weite Land“ von Arthur Schnitzler, die in der Inszenierung von Gerald Szyszkowitz bereits im Juni – im Rahmen der Sommer Spiele Schloss Hunyadi in Maria Enzersdorf – zu sehen war.

Uraufgeführt am Wiener Burgtheater im Jahre 1911, zeigt das Stück eine Vielfalt an zeitlos gültigen Befindlichkeiten der menschlichen Seele und ihren Untiefen auf, wenngleich auch Duelle heutzutage nicht mehr an der Tagesordnung stehen und sich das gängige Rechtsbewusstsein zu Ehebruch und Satisfaktion grundlegend gewandelt hat.

Szyszkowitz hat mit seinem glänzenden Ensemble die vielen Facetten der unterschiedlichen Charaktere detailliert herausgearbeitet und lässt der Wirkung von Schnitzlers Sprache breiten Raum. Die minimalistisch eingerichte Bühne – einige Korbsessel und eine Bücherablage reichen zur Andeutung des Gartens der Villa Hofreiter in Baden bei Wien, Tische und Sessel stellen die Halle des Hotels am Völser Weiher in Südtirol dar – ist der Schauplatz mannigfaltiger Begegnungen.

Charakterfestigkeit versus Gefühlskälte

Viel Unausgesprochenes steht zwischen dem Ehepaar Hofreiter, das hervorragend von Michaela Ehrenstein und Johannes Terne verkörpert wird. Ehrensteins Genia ist eine charakterfeste, feinfühlige Fabrikantengattin, die die Eskapaden ihres Mannes mit Fassung erträgt. Terne mimt den gefühlskalten Geschäftsmann und verleiht ihm sehr überzeugend geradezu bösartige Züge.

Alfons Noventa liefert eine eindrucksvolle Darstellung des Arztes Doktor Mauer ab, der Hofreiter kameradschaftlich verbunden ist. Die Loyalität des Mediziners endet jedoch abrupt, als Hofreiter seinen jungen Nebenbuhler zum Duell herausfordert.

Christine Renhardt agiert als emanzipierte Anna Meinhold-Aigner, geschiedene Gattin des Hoteldirektors, sehr wahrhaftig. Beeindruckend: Sebastian Blechinger als ihr Sohn Otto, der die Gefühle zu Genia mit seinem Leben bezahlen muss, sowie Wilhelm Seledec als Doktor von Aigner, der späte Reue verspürt, den Kontakt zu seinem Nachwuchs verloren zu haben.

Berührende Inszenierung mit vielen Zwischentönen

Ein sehr gegensätzliches Paar verkörpern Christina Jägersberger und Felix Kurmayer als Bankier Natter und dessen Frau Adele: Kurmayer glänzt als undurchschaubar-listiger Finanzmagnat, Jägersberger fasziniert als eine Ex-Geliebte Hofreiters, die das schlechte Gewissen drückt, als sie vom einnehmenden Wesen Genias gleichsam überrascht wird.

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Erna Wahl (Johanna Machart) lässt einen unglücklichen Dr. Mauer (Alfons Noventa) zurück. (Foto: Rolf Bock)

Anita Kolbert mimt eine umsichtig-rührige Frau Wahl, die ihre liebe Not mit der Tochter im heiratsfähigen Alter hat. Johanna Machart ist eine sehr kokette, die frühe Ehe scheuende Erna Wahl, die schon von Kindesbeinen an den Fabrikanten Hofreiter verehrt, dessen Tennispartnerin sie ist. Für heitere Momente sorgt Pierre Gold als fröhlich polternder Paul Kreindl, der die Tennisgesellschaft immer wieder zu neuen Partien motiviert. René Magul wiederum ist ein sehr in sich gekehrter Hotelportier Rosenstock.

Sehr elegant und opulent wurde das Ensemble mit Kostümen von Barbara Langbein ausgestattet – vom Festtagsdirndl der Frau Wahl bis zu Hofreiters Gebirgsoutfit.

Alles in allem eine sehr berührende Inszenierung (Béla Fischer steuerte die passende Musik bei) mit vielen Zwischentönen, die – nicht nur Schnitzler-Fans – sehr zu empfehlen ist. Spannende Lektüre hält zudem das aufwendig gestaltete Programmheft bereit, in dem Regisseur Szyszkowitz aufschlussreiche Erläuterungen zum Stück und zu den realen Vorbildern einzelner Charaktere liefert.

Gespielt wird noch bis einschließlich 30. September in der Freien Bühne Wieden (4., Wiedner Hauptstraße 60b, Beginn: jeweils 19.30 Uhr).

Weitere Informationen: www.freiebuehnewieden.at

26. September 2016
nach Ingrid Pachmann
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„Schönbrunner Stöckl“: Eröffnung des 1. Wiener K&K&K Dinner Theaters

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Waltraut Haas (l.), Tamara Trojani, Konstantin Schenk und Birgit Sarata feiern die Eröffnung des 1. Wiener K&K&K Dinner Theaters. (Foto: Pachmann)

Die Wirtsleute sind nicht ganz unbekannt: Tamara Trojani und Konstantin Schenk touren zurzeit erfolgreich als Diva und Maestro mit ihrem Zarah-Leander-Programm „Yes, Sir!“ durch die Lande.

Nach vollendeter, liebevoller Renovierung bieten sie in ihrem Restaurant „Schönbrunner Stöckl“ beim Meidlinger Tor per sofort ein besonderes Gustostückerl an: Im Spezialprogramm „Flotter 3er – mit oder ohne Hot Dog“ heißt das Künstlerpaar jeweils einen Stargast mit oder ohne Hund willkommen.

Zu Volksschauspielerin Waltraut Haas, die mit ihrer braunen Pudeldame „Puppi“ den Reigen eröffnet, gibt es eine ganz besondere Beziehung: „Sie hatte vor vielen Jahren ihr Bett genau dort, wo später meines stand“, erzählt Tamara Trojani lachend. Haas war Stöckl-Wirtin der ersten Stunde, ehe Trojanis Mutter später das Lokal übernahm.

Die „Doppelconference zu Dritt“ garantiert nicht nur viel Theater und Musik, sondern auch eine ausgezeichnete Küche. Wer im neuen K&K&K Dinner Theater (steht für Klassik, Kulinarik und Kabarett) einen exklusiven Abend verbringen möchte, sollte sich daher rasch einen Platz reservieren: am 28. September, 1., 7. oder 15. Oktober (Beginn: jeweils 19.30 Uhr, Einlass: 18.30 Uhr). Im Kartenpreis von 59,- Euro sind die Dinnershow mit Überraschungsmenü sowie die Teilnahme an der Gourmettombola enthalten.

Weitere Informationen: www.schoenbrunnerstoeckl.com

25. September 2016
nach Anja Schmidt
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„Kipferl forever“: Steinböck & Rudle als Wortakrobaten und Weltenerfinder wieder auf Tour

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„Kipferl forever“: Herbert Steinböck (l.) und Gerold Rudle bringen ein Best-of-Programm der letzten 25 Jahre auf die Bühne. (Foto: Manfred Baumann)

Unglaublich, aber wahr: Zwölf Jahre sind mittlerweile vergangen, seit das Duo Steinböck & Rudle künstlerisch getrennte Wege beschritten hatte. In den 90er Jahren waren die beiden Kabarettisten mit ihren Programmen „Butterkipferl“, „Salzstangerl“ oder „Killerkipferl“ (als dreiteilige Serie) umtriebig, bevor Herbert Steinböck die Leitung des Kabaretts Simpl übernahm und Gerold Rudle Solopfade einschlug.

Jetzt ist es knapp ein Vierteljahrhundert her, dass beide als Duo erstmals gemeinsam auf der Bühne standen, und da lag es wohl nahe, ein „Best of“-Oeuvre zusammenzustellen. Gleich vorweg: „Kipferl forever“ ist ein Programm zum Gernsehen und wurde im Wiener Orpheum vor vollem Haus gespielt die Darbietungen sind tatsächlich zeitlos, auf viele Nummern freut man sich regelrecht, auch wenn man sie schon mehrfach gesehen hat.

Steinböck und Rudle sind ausgebildete Schauspieler (am Wiener Volkstheater kreuzten sich erstmals beider Wege) und Meister in Sachen Körperbeherrschung, Mimik und Gestik. Wortwitz, Klamauk, perfekt getimte Pointen, gemischt mit poetischen Anklängen und einem Hauch absurden Theaters – die Bandbreite des Dargebotenen ist enorm.

Kleine Geschichten mit ganz großer Wirkung

Die Videoanalyse des Herrn Erbacher ist ein Paradebeispiel, wie grandios beide Künstler miteinander (und jeder für sich) agieren: Rudle als Erbacher mimt einen Kursteilnehmer, dessen Rede vom Vortragenden (Steinböck) zerpflückt wird. Höchste Präzision und ebensolche Körperbeherrschung sind notwendig, wenn Rudle als projizierter Herr Erbacher beim „Vor- und Zurückspulen“ dessen ausufernde Gestik verkörpert. Ähnlich Amüsantes wird Rudle abverlangt, wenn er bei der Vorführung von 1874 Ägypten-Dias die Reisegruppe samt Jeep und Pyramide darstellen muss.

Schauspielkunst vom Feinsten liefern Steinböck und Rudle bei den Klassikern mit der Besenstange ab (zwei Freunde treffen einander in einem Beisl und lehnen an der „Bar“) hier treffen höchstes komödiantisches Talent auf perfektes Timing und nahezu artistischen Einsatz eines Requisits. Auch die Darstellung eines volltrunkenen Hotelgasts, der an der Rezeption seinen Schlüssel verlangt, ist hinreissend komisch. Ganz großes Glanzstück des Programms ist der Auftritt als Jean Paul & Püpp, bei dem die freche Holzpuppe (grandioses Mienenspiel von Herbert Steinböck) von ihrem Bauchredner gemaßregelt wird.

Aber auch die leiseren Nummern, wie die philosophierenden Tauben, die sich über menschliche Eigenarten belustigen, die „1000 Briefmarken“, die akribisch gezählt werden, oder die Rubrik „Einfach zum Nachdenken“ (der Radio-Reihe nachempfunden) sorgen für Entzücken beim Publikum. Steinböck und Rudle offenbaren sich als Wortakrobaten und Weltenerfinder: Auf einmalige Art gelingt es ihnen, kleine Geschichten mit ganz großer Wirkung zu erzählen.

Wer das (höchst empfehlenswerte!) Programm noch nicht gesehen hat: „Kipferl forever“ wird in Wien am 27. Oktober im Stadtsaal, sowie am 30. Oktober im CasaNova gespielt.

19. September 2016
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Orpheum Wien: Mit Mike Supancic in die Abgründe der Anderswelt, mit The Bad Powells zurück in die 70er

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„Im Jenseits ist die Hölle los“: Mike Supancic gastiert am 22. September mit neuem Programm im Orpheum. (Foto: Moritz Schell)

„Im Jenseits ist die Hölle los“ lautet der Titel des neuen Programms von Mike Supancic, mit dem der steirische Musikkabarettist am kommenden Donnerstag (22. September) Station im Wiener Orpheum macht.

Nach dem Best-Of-Programm „Auslese“ mit Perlen aus beinahe zwei Jahrzehnten Kleinkunstschaffens widmet sich Supancic dieses Mal den Abgründen der Anderswelt zu. Die Reise beginnt mit einer aus dem Ruder gelaufenen Geisterbeschwörung und beinhaltet das erste Marschmusik-Medley der österreichischen Kabarettgeschichte – man darf gespannt sein! Beginn: 20 Uhr.

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„The Bad Powells“ lassen am 23. September die 70er musikalisch hochleben. (Foto: Joerg Klickermann)

Tags darauf sind The Bad Powells im Orpheum zu Gast und nehmen ihr Publikum unter dem Motto „Bad to the Future!“ mit auf eine musikalische Zeitreise: Die fünf Musiker, angeführt von Sängerin Foxy Pearlwhite, haben alle legendären Soul- und Disco-Hits der 70er und frühen 80er im Repertoire großer Spaßfaktor und höchste Tanzbarkeit inbegriffen. Beginn: 20 Uhr.

Weitere Informationen: www.orpheum.at (22., Steigenteschgasse 94 b)

17. September 2016
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„Was jetzt, Professor Higgins?“: Die Emanzipation der Eliza D.

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Spielfreudiges Ensemble, das mit großer Leidenschaft bei der Sache ist (v. l.): Jörg Stelling, Andrea Nitsche, Thomas Bauer, Stefanie Elias und Alexander Nowotny (Foto: Anja Schmidt)

„Was wäre, wenn…?“ steht als Frage über dem spannenden Stück „Was jetzt, Professor Higgins?“ von Helga Leitner, das seine Uraufführung im Festsaal der Bezirksvorstehung Wieden erlebte.

Leitners Konversationsstück setzt 25 Jahre nach dem Ende von George Bernard Shaws „Pygmalion“ an: Henry Higgins, Professor für Sprachwissenschaft, war es gelungen, die junge Eliza Doolittle, eine Blumenverkäuferin aus einfachen Verhältnissen, zu einer Dame der feinen Londoner Gesellschaft samt entsprechendem Auftreten zu verwandeln. Shaws Stück endet, als Eliza den selbstgefälligen Higgins verlässt, weil dieser sie von oben herab behandelt.

In „Was jetzt, Professor Higgins?“ ist Eliza eine gestandene Unternehmerin, die sich sich mit einem Blumengeschäft selbstständig gemacht hat, und Mutter einer Tochter namens Viktoria, die Literaturwissenschaft studiert. Eliza und Higgins sind zwar kein Paar, aber einander mittlerweile in Freundschaft zugetan – hier folgt Leitner inhaltlich Shaws Nachwort, der ein „Happy End“ zwischen den beiden kategorisch ausgeschlossen hatte.

Leitners Dialoge sind sehr geschliffen und perfekt auf die jeweiligen Charaktere zugeschnitten. Im Verlauf des Stücks – ohne zuviel zu verraten – gerät die Beziehung zwischen Mutter und Tochter ins Wanken, und auch Higgins trägt seinen Teil dazu bei, dass sich das quasifamiliäre Gefüge verformt. Die Autorin bringt zudem eine politische Komponente ins Spiel und thematisiert den Faschismus im Europa der 30er Jahre – in Form der Figur von Alfred, Viktorias Studienkollegen aus Deutschland.

Stimmige Atmosphäre mit raffinierten Spannungselementen

Regisseur Günther V. Wlach hat Leitners Stück mit dem spielfreudigen Ensemble der Theatergruppe Mimosen als szenische Lesung zur Aufführung gebracht. Jedoch kommt kaum das Gefühl auf, einer solchen Darbietung beizuwohnen – auf das Publikum wartet vielmehr eine aufwendige und bis ins kleinste Detail ausgestaltete Inszenierung.

Wlach gelingt es, eine dichte, stimmige Atmosphäre herzustellen und setzt auf wohlüberlegte Spannungselemente, wie raffinierte Lichteffekte beim Auftritt von Doolittle, Elizas Vater. Perfekt ins Bild passen dazu die der erzählten Zeit nachempfundenen Kostüme von Charlotte Leitner. Auch die Musikeinspielungen – von Bartóks drittem Klavierkonzert bis zu Werken von Britten, Hindemith und Strawinsky – tragen auf eindrucksvolle Weise zum Flair der Inszenierung bei.

Das Ensemble ist bestens aufeinander eingespielt und mit großer Leidenschaft bei der Sache: Jörg Stelling mimt sehr überzeugend einen sprachverliebten, selbstzufriedenen Higgins, der es nicht lassen kann, Eliza in ihrem Ausdruck zu korrigieren. Als ebendiese beeindruckt Andrea Nitsche: Ihre Eliza ist, allen Widrigkeiten zum Trotz, ein willensstarker Charakter, der allerdings von Tochter Viktoria gehörig herausgefordert wird. Großartig anzuhören: jene Szenen, in denen die echauffierte Eliza in ihre alte Mundart zurückfällt.

Stefanie Elias glänzt als Viktoria und changiert als diese zwischen jugendlicher Aufmüpfigkeit und dem Eingeständnis ihrer Gefühle. Alexander Nowotny gefällt als Alfred, der durch seine Herkunft politische Brisanz ins Geschehen bringt. Thomas Bauer kommt als Elizas Vater Doolittle erst im zweiten Akt zum Einsatz: Sehr gekonnt stellt er den Müllkutscher dar, der seine familiären Verwicklungen bereinigen möchte.

Alles in allem eine sehr gelungene Aufführung, der noch viele weitere Spieltermine zu wünschen sind!

Weitere Informationen: www.theatergruppe-mimosen.info

14. September 2016
nach Anja Schmidt
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Komödie am Kai: Lodernde Eifersucht auf drei Etagen

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Drei Bewohnerinnen eines New Yorker Hochhauses streiten sich um einen Mann (v. l.): Dany Sigel als Helen, Bernadette Mezgolits als Iris und Melanie Waldbauer als Yana (Foto: Komödie am Kai)

Drei Frauen, drei Stockwerke, ein Mann: Die drei weiblichen Charaktere in Esther Vilars Komödie „EiferSucht“ wohnen zwar im selben Haus (in unterschiedlichen Etagen), kennen einander aber nicht persönlich. Ihre Gemeinsamkeit: Laszlo, erfolgreicher Rechtsanwalt, Mitte 50.

Laszlo ist mit seiner gleichaltrigen Berufskollegin Helen (beide wohnen im 24. Stock eines Hochhauses in New York City) verheiratet. Mit Yana, einer Architektin aus dem 30. Geschoß, hat er ein Verhältnis. Die Lage spitzt sich zu, als auch noch Iris, Yoga-Lehrerin und Studentin der Indologie aus dem 19. Stock, auf der Bildfläche erscheint.

Der Titel des Stücks ist Programm: Rasende Eifersucht lodert zwischen den Frauen – Helen ist eifersüchtig auf die rund 15 Jahre jüngere Yana, und diese wiederum spuckt Gift und Galle in Richtung der Mittzwanzigerin Iris. Der Kreis schließt sich, als Iris entdeckt, dass sie außer Yana auch noch eine andere Konkurrentin hat.

Wortgefechte via E-Mail in geschliffener Sprache

Das Stück ist dramaturgisch bemerkenswert aufgebaut: Die beteiligten Damen treffen zu keinem Zeitpunkt aufeinander, sondern kommunizieren ausschließlich per E-Mail – als Montage einzelner Monologe – untereinander. In der ursprünglichen Version des Werks von Esther Vilar (geboren 1935 in Buenos Aires/Argentinien), das im Jahre 1999 in Düsseldorf uraufgeführt wurde, kamen noch Faxmitteilungen zum Einsatz.

Sie schenken einander nichts, dennoch setzen die Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs in ihren Nachrichten, trotz vieler Verunglimpfungen und bei aller Dramatik, stets auf messerscharf geschliffene Sprache. Während Vilar das Thema Eifersucht in allen Facetten ausleuchtet, bleiben die Figur des Laszlo und dessen Standpunkt zu den Liebeswirrnissen im Dunkeln.

Zum Auftakt der 35. Spielsaison der Komödie am Kai hat Erich M. Wolf Esther Vilars Drei-Personen-Stück sehr dynamisch und stringent inszeniert, in einem erst zwei-, dann dreigeteilten Bühnenbild von Siegbert Zivny. Helen und Yana, beide geschmackvoll gewandet (Kostüme: Barbara Langbein), verfassen ihre E-Mails auf trendigen Marken-Notebooks, während Iris zum stylishen Tablet greift. Erstgenannte agiert vom noblen Schreibtisch aus, Yana hingegen von der eleganten Chaiselongue, die Jüngste macht es sich in ihrer Sitzecke gemütlich.

Es ist ein großes Vergnügen, den drei grandiosen (und exzellent aufeinander eingespielten) Darstellerinnen zuzusehen: Dany Sigel gibt als lebenskluge und scharfsinnige Helen ihrer Gegenspielerin Yana vortrefflich Konter, Melanie Waldbauer mimt die anmaßende Statistikexpertin Yana mit viel Verve, und Bernadette Mezgolits überzeugt als arglose Iris, die jegliches Besitzdenken in Sachen Zweisamkeit großspurig kritisiert. Ein sehenswertes Damen-Trio am Rande des Nervenzusammenbruchs!

„EiferSucht“ steht noch bis 1. Oktober auf dem Spielplan der Komödie am Kai (1., Franz-Josefs-Kai 29), zu sehen  jeweils dienstags bis samstags (Beginn: 20.15 Uhr).

Weitere Informationen: www.komoedieamkai.at

16. August 2016
nach Anja Schmidt
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„Dalles und Dowidl“: Leopoldstädter Unterhaltungskultur im Café Landtmann

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Das Ensemble von „Tinte & Kaffee“ präsentiert eine szenische Collage über die Welt der jüdischen Unterhaltungskultur im Wien der Jahrhundertwende. (Foto: „Tinte & Kaffee“)

Wer heutzutage die Praterstraße entlangschlendert, vermag sich kaum vorzustellen, welche Kulturoase die einstige Jägerzeile war. Das Carltheater, an dessen Standort sich seit den 1970er Jahren das Bürohochhaus „Galaxy“ (Praterstraße 31) befindet, die „Jüdischen Künstlerspiele“ im Nestroyhof (Nr. 34) direkt gegenüber, die Rolandbühne (Nr. 25) und viele andere Vergnügungsstätten (wie der Zirkus Renz) und Kaffeehäuser im Grätzel zwischen Taborstraße und Praterstern sowie im Prater selbst zogen das Publikum in Scharen an.

Im Juni des Jahres 1889 präsentierte sich ein neues Ensemble der Öffentlichkeit – die Budapester Orpheumgesellschaft, deren Mitglieder ursprünglich in den verschiedensten Orpheum-Etablissements in Budapest auftraten. Auf dem Programm standen Couplets, Operettenarien, Wiener Lieder, Tanznummern, Parodien, Lieder in ungarischer Sprache und Soloszenen, dazwischen konnten die Zuschauer Getränke und Speisen konsumieren. Im selben Jahr wurden erstmalig auch einaktige Possen zur Aufführung gebracht.

Die „Budapester“ tingelten umher und bespielten danach für mehr als zwei Jahrzehnte Säle in den Hotels „Zum Schwarzen Adler“, „Stephanie“ und „Central“ in der Taborstraße. Im Jahre 1913 bezog das Ensemble eine neue Wirkungsstätte – eine für die Truppe eigens errichtete Bühne im Gebäude in der Praterstraße 25 (wo sich bis vor Kurzem eine Supermarktfiliale befand). Bereits im Jahr davor wurde ein junger Schauspieler unter Vertrag genommen, der sich zum Charakterdarsteller emporarbeitete: Hans Moser! ¹

„Dalles & Dowidl“: profund recherchierte Collage zum Nachdenken und Schmunzeln

Einen spannenden und lebendigen Streifzug durch die Welt des jüdischen Unterhaltungstheaters der Jahrhundertwende in der Leopoldstadt präsentiert das Ensemble „Tinte & Kaffee“ mit seinem Programm „Dalles & Dowidl“ im Café Landtmann. Angereichert mit Texten von Joseph Roth, Sigmund Freud oder Theodor Herzl entsteht ein dichte, profund recherchierte Collage (Regie und Textauswahl: Christoph Prückner), die viel Gelegenheit zum Nachdenken und Schmunzeln bietet.

Einem fünfköpfigen Ensemble (bei der Premiere waren mit dabei: Eva Agai, Eva Bruckner, Elisabeth Seethaler, Andreas Kosek und Christoph Prückner) gelingt in einem minimalistischen Bühnenbild (zwei Tische, Sessel, ein Garderobenständer) und wenigen Requisiten eine sehr ausdrucksstarke Darbietung. Prückner liefert mit seiner Textauswahl auch wesentliche Einblicke in die schwierigen Lebensumstände der jüdischen Bevölkerung: Joseph Roth (1894 bis 1939) beschreibt in seinem Essay „Juden auf Wanderschaft“ aus dem Jahr 1927 die Repressalien, denen Ostjuden in der Leopoldstadt ausgesetzt waren, bei der Ankunft im Meldeamt, beim Hausieren in den Cafés oder im Wohlfahrtsbüro.

Im zweiten Teil der Aufführung steht die „Klabriaspartie“ im Mittelpunkt – ein Einakter aus der Feder von Adolf Bergmann, uraufgeführt im Jahre 1890 von der Budapester Orpheumgesellschaft. In einem jüdischen Kaffeehaus in der Leopoldstadt treffen die Stammgäste Simon Dalles und Jonas Reis sowie der Kibitz Dowidl Grün (von diesen Figuren leitet sich auch der Name des Programms ab) auf den Böhmen Prokop Janitschek, den sie zu einer Partie Klabrias einladen. Missverständnisse und amüsante Verwicklungen während des Spiels sind die Folgen.

Wer sich für jüdische Theaterkultur und/oder für die Bezirksgeschichte der Leopoldstadt interessiert, wird sich über ein Füllhorn an Heiterem und Historischem freuen. Ein Abend, der so viel Substanz beinhaltet, dass sich auch ein zweiter Besuch lohnt!

„Dalles & Dowidl“ steht noch drei Mal auf dem Spielplan des Ensembles „Tinte & Kaffee“ im Café Landtmann: donnerstags am 18. und 25. August sowie am Sonntag, den 11. September. 

Weitere Informationen: www.tinteundkaffee.at

¹ Vgl.: Wacks, Georg: Die Budapester Orpheumgesellschaft. Ein Varieté in Wien 1889-1919. Wien: Holzhausen, 2002.

25. Juli 2016
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Komödie am Kai: „Mannsbilder“ im Spiegel der Damenwelt

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Die Pointen sitzen perfekt: Michael Duregger (l.) und Peter Kuderna spielen die beiden „Mannsbilder“ (Foto: Komödie am Kai).

„Lachschlager“ steht in großen Lettern oberhalb des Eingangs zur Komödie am Kai, und genau einen solchen servieren Sissy Boran und Andrea Eckstein (von beiden stammt die Idee, beide haben inszeniert) unter dem Titel „Mannsbilder“.

Doppelconferencen, so wie man sie beispielsweise von Karl Farkas und Ernst Waldbrunn nur zu gut kennt, hat das Duo Boran/Eckstein zu einem grandiosen Pointen-Potpourri arrangiert. Der verbale Schlagabtausch zwischen dem „Gescheiten“ und dem „Begriffsstutzigen“ gelingt hervorragend: Die Gags sitzen perfekt, wenn Peter Kuderna als besserwisserischer Herr Swoboda dem unwissenden Herrn Pospischil (Michael Duregger mit brillanter Mimik) die Welt erklären möchte.

Kuderna, im vorbildlich sitzenden Anzug, und Duregger, in Karo-Sakko mit auffällig gemusterter Krawatte, orangefarbenes Hemd und dunkelgrüne Hose gewandet (Kostüme: Barbara Langbein), stemmen dabei eine gigantische Textmenge und sind virtuos aufeinander eingespielt.

Szenische Revue mit Situationskomik und Wortwitz

Boran und Eckstein setzen auf Situationskomik und Wortwitz: Zugespitzte Alltagssituationen im Wettbüro oder am Gartenzaun, beim Kauf eines Klaviers oder von Briefmarken auf dem Postamt – Absurditäten, die der Realität entsprungen sein könnten, werden unter die Lupe genommen und genüsslich zur Schau gestellt. Sehr amüsant: die Szenen über Reisebekanntschaften im Zug („Was zieht Sie nach Ungarn?“ „Na, hoffentlich die Lokomotive!“) oder über die Freuden des Gärtnerns („Kompost?“ „Ja, Post kommt!“).

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Bernadette Mezgolits hält als „Kleines“ beiden „Mannsbildern“ einen Spiegel vor (Foto: Komödie am Kai).

Bernadette Mezgolits tritt als Conférencière auf und verknüpft die einzelnen Szenen musikalisch: Bezaubernd singt sie sich durch ein Repertoire aus Musical-Songs (ein starker Auftritt gleich zu Beginn mit „Willkommen, Bienvenue, Welcome“ aus „Cabaret“) und Evergreens, hält in ihrer Rolle als „Kleines“ beiden „Mannsbildern“ einen Spiegel vor und darf dabei ihre Gedanken und Ansichten über die Männerwelt loswerden.

Bei der Premiere wurde viel und herzlich gelacht – eine charmante, vergnügliche Produktion, die bestens in den Sommer passt!

„Mannsbilder“ ist noch bis 27. August in der Komödie am Kai (1., Franz-Josefs-Kai 29), jeweils dienstags bis samstags (Beginn: 20.15 Uhr), zu sehen.

Weitere Informationen: www.komoedieamkai.at

20. Juli 2016
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Theater Brett: Auf den Spuren vielfältiger Versuchungen

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Neun junge Schauspieler loteten das Thema „Versuchung“ im Rahmen des Sommer-Theater-Karussells unter der Regie von Andrea Buršova und Dalibor Buš aus. (Foto: Theater Brett)

„Fünf Sprachen, fünf Länder, viel Spaß“ – unter diesem Motto fand das diesjährige Sommer-Theater-Karussell im Wiener Theater Brett statt.

Neun junge Theaterschaffende aus Ungarn, Polen, Tschechien, der Slowakei und Österreich hatten sich zu einem zweiwöchigen Arbeitstreffen in Wien versammelt, um danach die ideenreichen Ergebnisse im Rahmen zweier Aufführungen vor Publikum zu präsentieren.

„Die Versuchung“ hieß die szenische Collage, in der sich das junge Ensemble – Petra Acs, Agnesz Csikász, Anna Gabrysz, Frederika Galíková, Marius Huth, Jakub Janotík, Oliwia Nazimek, Matěj Pohořálek und Michaela Rykrová – unter der Leitung und Regie von Andrea Buršova und Dalibor Buš (Supervision: Nika Brettschneider, Organisation: Ludvík Kavín) auf Spurensuche begab.

Versuchungen der unterschiedlichsten Arten wurden aufgestöbert: Verlockungen, die der Zufall provoziert, wie beim Anbandeln inklusive Überraschungsmoment, oder moralisch grenzwertige Verführungen, wenn etwa eine Freundin der anderen den Partner ausspannt.

Über die Multifunktionalität von Papiertaschentüchern

Spannend war es zuzusehen, wie präzise und auf welche Weise die Akteure das Thema ausloteten: Kommunizert wurde in den jeweiligen Muttersprachen, teils auch auf englisch. Der nonverbalen Ebene wurde viel Platz eingeräumt – Gestik, Mimik, Körpersprache generell und die Freude an der Bewegung rückten in den Fokus.

In flottem Tempo wurden die einzelnen Szenen dargeboten und die fünf Türen des Raumes probat in die Geschehnisse eingebaut, einige Sessel reichten dabei als Bühnenbild (Licht und Tondesign: Andreas Zemann). Viel Freude am Spielen – gemäß dem Ausgangsmotto – bewies das Ensemble gleich in der ersten Szene, in der die Multifunktionalität von Papiertaschentüchern unter Beweis gestellt wurde.

Sehr schade ist es, dass diese gelungene Gemeinschaftsproduktion nur an zwei Abenden auf dem Spielplan stand – gerne hätte man noch mehr von dieser talentierten Truppe gesehen. Das Theater Brett, das sich seit jeher der Nachwuchsförderung verschrieben hat, leistete mit dieser Produktion einen (ge-)wichtigen Beitrag zum diesjährigen Wiener Theatersommer.

Weitere Informationen: www.theaterbrett.at

5. Juli 2016
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Sommerspiele Grein: Wie frau einen eifersüchtigen Gatten kuriert

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„Die Auster“ bei den Sommerspielen Grein mit einem überzeugenden Ensemble (v. l.): Anna Dangel, Andreas Roder, Michael Gert und Christine Renhardt (Foto: Sommerspiele Grein)

Es ist schon etwas ganz Besonderes, einer Vorstellung im ältesten (in seinem Originalzustand weitestgehend erhaltenen) bürgerlichen Theater dieses Landes beizuwohnen: Das Stadttheater Grein wurde im Jahre 1791 von der Greiner Bürgerschaft gegründet und feiert heuer demnach sein 225-jähriges Bestehen.

Intendant Michael Gert hat für die 53. Saison seiner Sommerspiele eine Komödie des französischen Autors Didier Caron, Jahrgang 1963, ausgewählt: „Die Auster“ („L’Huitre“, Übersetzung: Thomas Stroux), uraufgeführt im Jahre 2008 in Lyon.

Der Titel des Stücks bezieht sich auf den Protagonisten: Bernard verschließt sich seit seiner Pensionierung wie eine Auster, flüchtet sich in sein Hobby, das Radfahren, und vernachlässigt seine sozial engagierte Frau Viviane. Als Bernard im Terminkalender seiner Gattin wiederholt den Namen Olivier entdeckt, glaubt er, einen Nebenbuhler ausgemacht zu haben und stellt Viviane vor vollendete Tatsachen, sich trennen zu wollen, weil er eine Geliebte hätte.

Viviane fällt aus allen Wolken, dreht jedoch den Spieß um und präsentiert ihren Kollegen Olivier als ihren Liebhaber. Da Bernard seine Geliebte jedoch nur erfunden hat, engagiert er kurzerhand die junge Schauspielerin Cindy für diese „Rolle“. Von da an nehmen die schrägen Entwicklungen ihren Lauf, und es bedarf einiger Raffinessen von Seiten Vivianes, um ihren Gatten wieder zur Räson zu bringen.

Subtiler Humor und tiefgründige Momente

Regisseur Fritz Holy führt das Ensemble sehr präzise durch die Unwägbarkeiten der vier Charaktere und setzt auf subtilen Humor mit tiefgründigen Momenten. Michael Gert beeindruckt als distinguiert-gekränkter Bernard, dessen Eifersucht sich verselbständigt, woraufhin er alle Mühe hat, seine Ehe wieder ins Lot zu bringen. Christine Renhardt überzeugt als lebenskluge Viviane, die ihren Gatten besser kennt als dieser für möglich hält und ihn gekonnt aufs Glatteis führt.

Anna Dangel mimt eine bezaubernd-naive Cindy, die ihren Anteil daran hat, dass die beiden Eheleute wieder zur Vernunft kommen. Dangel meistert zudem bravourös zahlreiche Wortkaskaden, die Cindy – um ihre vermeintliche Weltgewandtheit ins rechte Licht zu rücken – zum Besten gibt. Andreas Roder sorgt als putzwütiger Olivier für heitere Momente: Dieser reagiert entgeistert, als Viviane ihn mit ihren Plänen überrumpelt, spielt jedoch dann seinen „Part“ als deren Liebhaber und stößt Bernard damit vor den Kopf.

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Sehenswertes Baujuwel: Das Stadttheater Grein feiert heuer sein 225-jähriges Bestehen. (Foto: Anja Schmidt)

Erwin Bail hat zwei separate Wohnzimmer auf einer Bühne eingerichtet, eines mit wuchtigem Bücherregal und Schminktisch, das andere mit Schreibtisch und Bücherstapeln. Großartig aufgelöst: die Szene, in der beide Männer sich simultan in getrennten Wohnungen auf demselben Sofa zur Ruhe begeben.

Eine Produktion, die gefällt und darüber hinaus auch die Möglichkeit bietet, das Greiner Stadttheater, das auch Mitglied der Europäischen Route der Historischen Theater ist, im Rahmen von Führungen genauer in Augenschein zu nehmen: Bis 26. Oktober ist das Baujuwel täglich geöffnet (Montag bis Samstag: 9 bis 12 und 14 bis 18 Uhr, Sonntag und Feiertag: 14 bis 16 Uhr), Führungen finden zu den hier angegebenen Zeiten statt. Eine kulturhistorische Besonderheit stellen die original erhaltenen Sperrsitze dar, gleichsam eine Vorform des heutigen Theaterabonnements.

„Die Auster“ steht noch bis 28. August auf dem Spielplan der Greiner Sommerspiele: Aufführungen jeweils freitags und samstags um 19 Uhr, sonntags um 17 Uhr.

Weitere Informationen: www.sommerspiele-grein.at