
Seit 18 Jahren veranstaltet Teatro Wien Musiktheater für ein junges Publikum, und im November wurde nun, im Rahmen einer Co-Produktion mit dem Vindobona, eine Neuinszenierung des Musicals rund um die Widerstandsgruppe „Die Weiße Rose“ zur Aufführung gebracht.
Die Bedenken, dass der Stoff eher ungewöhnlich für eine Musical-Produktion anmuten könnte, zerstreute Vindobona-Prinzipal Wolfgang Ebner anschaulich in seiner Eröffnungsrede: Es gilt, das Thema jenen Besucherschichten näher zu bringen, die sich noch kaum damit auseinandergesetzt haben – und gerade mit einem Musical könnte man auch ein jüngeres Publikum erreichen.
„Sophie Scholl – Das Musical“ stellt das Andenken an die junge Heldin in den Mittelpunkt und erzählt von ihrer unbeugsamen Entschlossenheit, bei der „Weißen Rose“ mitzuwirken. Ihr Bruder Hans Scholl und sein Mitstreiter Alexander Schmorell, unterstützt von Christoph Probst und Willi Graf, gründeten 1942 die Münchner Gruppe, die durch die Verbreitung von Flugblättern zum Widerstand gegen das NS-Regime aufrief. Das Stück reflektiert das Vermächtnis von Sophie Scholl – einer jungen Frau, deren Mut und Zivilcourage bis heute große Vorbildwirkung hat.
Autor Norbert Holoubek und Regisseurin Rita Sereinig ist es auf packende Weise gelungen, historische Fakten theateradäquat erlebbar zu machen und das Publikum in die berührende Geschichte eintauchen zu lassen. Unter der musikalischen Leitung von Walter Lochmann, der auch für die Arrangements verantwortlich zeichnet, musiziert das elfköpfige Orchester mit großer Verve.
Hervorragend singt und spielt auch das Ensemble: allen voran Anna Fleischhacker als Sophie Scholl, David Mannhart als ihr Bruder Hans, Tanja Petrasek und Antonia Ullreich als ihre Schwestern Inge und Liesl, Timo Petz als ihr Bruder Werner, Ruth Kraus-Pizzinini und Norberto Bertassi als ihre Eltern. Ebenso überzeugen Alexander Hoffelner als Alexander Schmorell, Phil Fichtner als Christoph Probst und Tobias Steppan als Willi Graf, Christoph Rudi als Sophies Verlobter Fritz Hartnagel und Jakob Riegler als Hans’ Freund Rolf Futterknecht. Katharina Strohmayers Choreografie sorgt für starke Ensembleszenen, Norberto Bertassi kreiiert mit den Projektionen von Christian Ariel Heredia bildgewaltige, einprägsame Momente auf der Bühne, Brigitte Huber hat die Mitwirkenden in, den damaligen Zeitgeist widerspiegelnde, Kostüme gekleidet. Ein packendes Stück Zeitgeschichte, unbedingt empfehlenswert (ab 14 Jahren)!
„Sophie Scholl – Das Musical“: Zu sehen nur noch am 10. November 2025 im Vindobona (Wallensteinplatz 6, 1200 Wien), Beginn: 19.30 Uhr.
Nähere Informationen: vindobona.wien