
Am 3. Juni lud der Verein Marco Frank zu einer klangvollen Spurensuche innerhalb des breitgefächerten Schaffens des gleichnamigen Wiener Komponisten. Im Rahmen eines „Best of Marco Frank“-Konzerts in der Krypta der Canisiuskirche bekam das Publikum die – vermutlich für viele der Anwesenden – erstmalige Gelegenheit, in die Musik des heute kaum noch bekannten Tonkünstlers (1881 in Wien geboren, 1961 ebendort verstorben) einzutauchen.
1939 aus Österreich vertrieben, kehrte Marco Frank 1948 nach Wien zurück und wurde nach seinem Tod im Jahre 1961 in einem Ehrengrab der Stadt Wien beerdigt – sein Werk ist allerdings nahezu gänzlich in Vergessenheit geraten. Hier setzt der im Jahr 2024 gegründete Verein Marco Frank an, der das musikalische Schaffen des Komponisten wieder einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen und dieses und Marco Frank selbst in der österreichischen Musikgeschichte wieder fix verorten möchte.
Auf dem Programm standen beispielsweise Auszüge aus den drei großen Opern „Eroica“ (Uraufführung in der Wiener Volksoper, 1919), „Das Bildnis der Madonna“ (Erstaufführung in der Wiener Staatsoper, 1925) und „Die fremde Frau“ (Uraufführung in der Wiener Staatsoper 1937), dazu drei Lieder für Sopran und Klavier, drei Etüden für Viola und vieles andere mehr.
Dass sich Neugierde in Bezug auf kulturelle Wiederentdeckungen fast immer – und in diesem Fall ganz besonders – lohnt, war nach den rund 90 Minuten, die der sehr facettenreiche Abend dauerte, klar. Jerica Steklasa (Sopran), Marco Ascani (Tenor), Florencia Hernández und Tomoko Miyanishi am Klavier sowie Leonid Leyner-Wolf an der Viola boten stimmungsvolle Interpretationen.

Ronen Nissan, der musikalische Leiter des Projekts, führte anschaulich und kurzweilig in die jeweiligen Werke ein, während Projektmanagerin Petra Greiler-Weiß den Umstand betonte, dass der Titel „Best of Marco Frank“ vielleicht als relativ zu betrachten ist, da noch so viele unbekannte Musikschätze im Archiv auf ihre Wiederaufführung warten. In diesem Sinne darf man gespannt sein, welche Überraschungen der Verein Marco Frank noch zutage fördern wird!
E-Mail-Kontakt zum Verein: verein.marco.frank@gmail.com
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