Von fliegenden Fischen und polierten Fassaden: Serge Falcks Kabarett-Solo „Am Beckenrand“

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Foto: Ingo Pertramer
„Am Beckenrand“: Serge Falck präsentiert sein erstes Solo-Programm (Foto: Ingo Pertramer)

Seine Vielseitigkeit als Schauspieler hat Serge Falck in unzähligen Rollen im Fernsehen wie auch auf Theaterbühnen unter Beweis gestellt, und mit seinem Regie-Debüt von Susanne Felicitas Wolfs Sagen-Komödie „Keine Ruh‘ für‘s Donauweibchen” hat er im Juli dieses Jahres bei den Wachaufestspielen Weißenkirchen reüssiert. Mit seinem ersten Solo-Programm „Am Beckenrand“ zeigt sich Falck von einer sehr persönlichen Seite und überrascht das Publikum auch als bemerkenswerter Chanson-Interpret.

„Wir sitzen nur am Beckenrand und glauben, wir schauen hinaus aufs Meer, wir sind beim Träumen fulminant, doch geben niemals etwas her, wer braucht denn heut‘ noch Utopie, uns reicht längst der Hausverstand, wir feiern uns‘re Lethargie – hier am Beckenrand”, singt Serge Falck im Refrain des titelgebenden Lieds (Komposition: Andy Radovan). Das Programm selbst ist eine gelungene Melange aus stillen Momenten und witzigen Bonmots, aus nachdenklich stimmenden Kommentaren zum Zeitgeschehen und einer beträchtlichen Dosis Selbstironie, die Falck sehr charmant und sympathisch seinem Beruf entgegenbringt. Die Bandbreite der Songs, von denen etliche nach mehrmaligem Anhören so richtig ins Ohr gehen, reicht von Balladen bis hin zu rockigen Klängen.

Den vier grandiosen Musikern, die ihn auf der Bühne begleiten (Saxophon, Klarinette, Flöte: Ilse Riedler, Keyboard: Philipp Jagschitz, Bass: Bernhard Osanna, Schlagzeug: Christian Zieglwanger) überlässt er gerne den großen Auftritt und schafft es, auf einnehmende Art und Weise, auch zeitweilig in den Hintergrund zu treten. Dem Thema Liebe wird breiter Raum zugestanden – in „Ich gebe auf” (Komposition: Andy Radovan) sinniert Falck singend über die Fallstricke und das Aus einer langjährigen Beziehung, in „Einen Sommer lang” (Komposition: Philipp Jagschitz) über die Flüchtigkeit einer kurzen Sommerliebe. Die poetische Ode an den „Fliegenden Fisch” (Komposition: Martin Rotheneder) – „Du bist so einzig und nie artig” – lässt viel Interpretationsspielraum zu.

Wie oft der schöne Schein und oberflächliche Plänkeleien über wahre Inhalte siegen, hat Falck im Song „Fassade” (Komposition: A. Radovan) mit einer Prise bitterbösen Humors zum Thema gemacht. Aber immerhin: Hier wacht Ladislaus, der süße Gartenzwerg, über die selbstgefälligen Umtriebe. Im Chanson „Marieke” seines belgischen Landsmannes Jacques Brel (Komposition: Gérard Johannest, auf der CD als Bonus-Track) stellt Serge Falck seine vielfältigen Sprachkenntnisse – neben Deutsch spricht und singt er auf Französisch und Flämisch – unter Beweis. Ganz großartig, Gänsehaut-Feeling inklusive, präsentiert sich auch Falcks Interpretation von Brels „La valse à mille temps” (leider nicht auf der CD enthalten).

Fazit: Ein stimmungsvoller Abend mit Niveau und Tiefgang, für Hirn und Herz, mit feinsinnigem Humor, der Eindruck hinterlässt!

Termine:

CD: www.hoanzl.at

Weitere Informationen: www.falck.at

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