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„Viva la Vida – A Tribute to Frida Kahlo“ im Museumsquartier: Getanzte Bilder als berührende Hommage

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„Viva la Vida – A Tribute to Frida Kahlo“: ein Gesamtkunstwerk aus Tanz, Musik und Gesang in der Choreografie von Enrique Gasa Valga (Foto: Mariu Mueller)

Einer außergewöhnlichen Frauenbiografie widmet sich Choreograf Enrique Gasa Valga mit seiner gleichnamigen Dance Company in seiner Produktion „Viva la Vida – A Tribute to Frida Kahlo“, die für einige Tage im Wiener Museumsquartier (Halle E) gastierte.

Ein Gesamtkunstwerk aus Tanz, Musik und Gesang entfaltet sich vor den Augen des Publikums: In ausdrucksstarken Szenen und berührend erzählt, wird der bemerkenswerte Lebensweg der mexikanischen Künstlerin (1907 bis 1954) streiflichtartig auf der Bühne nachgezeichnet. Kahlo, die bereits als Kind eine Polioerkrankung durchgemacht und als junge Frau einen tragischen Busunfall überlebt hatte, von dessen Auswirkungen sie lebenslang gezeichnet blieb, wandte sich bereits als 19-Jährige der Malerei zu. Im November des Vorjahres erzielte eines ihrer Werke im Rahmen einer Versteigerung in New York knapp 55 Millionen US-Dollar und ist somit das teuerste je bei einer Auktion verkaufte Werk einer Frau.

Enrique Gasa Valga (er leitet auch die Tanzkompanie des Tiroler Landestheaters) gelingt mit seinem Tanztheaterstück eine grandiose Hommage an eine beeindruckende Künstlerin und höchst resiliente Frau mit unbeugsamem Geist. In 14 Szenen tanzt sich das zwölfköpfige Ensemble, begleitet von einer großartig musizierenden Live-Band unter der Leitung von Roberto Tubaro, durch den Kosmos von Frida Kahlo, beginnend mit ihrer Kindheit, dem Unfall, ihrem künstlerischen Erwachen und weiter zur ersten Begegnung mit ihrem späteren Ehemann, Diego Rivera, mit dem sie eine leidenschaftliche, aber auch konfliktreiche Beziehung führte. Kahlos Leben war von vielen Umbrüchen gekennzeichnet, trotz ihrer körperlichen Einschränkung unternahm sie Reisen nach Paris und New York und engagierte sich auf politischer Ebene. Gesprochene Tagebucheinträge und Filmsequenzen, auf eine Videowand projiziert, ergeben eine stimmige und gleichermaßen packende Einheit von Tanz, Musik, Gesang und Szenerie (Set Design: Helfried Lauckner, Kostüme: Birgit Edelbauer-Heiss).

„Viva la Vida – A Tribute to Frida Kahlo“: lebendige, kraftvoll getanzte Bilder als berührende Hommage (Foto: Mariu Mueller)

Mit dem Einsatz von zwei Frida-Darstellerinnen (Lara Brandi und Alice Amorotti) nimmt Choreograf Enrique Gasa Valga Bezug auf das bekannte Doppelporträt der Künstlerin und thematisiert die innere Zerrissenheit, die Kahlos Charakter bestimmte: ihre öffentliche Person einerseits und die mit sich und den privaten Herausforderungen kämpfende Frida andererseits. Gabriel Marseglia, Sayumi Nishii, Camilla Danesi, Martin Segeta, Oumy Cisse und Mitsuru Ito verkörpern die weiteren Rollen und setzen mit dem übrigen Ensemble einprägsame Akzente. Die musikalische Umsetzung durch die Leadsängerin Greta Marcolongo, die mit einer herausragenden Performance überzeugte, und die Band, die neu arrangierte Boleros, Tangos und traditionelle mexikanische Volkslieder musizierte (ergänzt durch eigens komponierte Werke von Roberto Tubaro), verlieh dem Abend eine besondere Note und Intensität.

„Viva la Vida – A Tribute to Frida Kahlo“ ist eine durch und durch gelungene, berührende Hommage an eine Ausnahmekünstlerin, die dank lebendiger, kraftvoll getanzter Bilder noch lange nachwirkt.

Derzeit leider keine weiteren Termine in Planung.

Weitere Informationen: www.limonada.at

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