„Pretty Woman“ im MuseumsQuartier/Halle E: Musical-Lovestory mit Nostalgiefaktor

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Foto: Limelight-Live-Entertainment/William Rutten
„Pretty Woman“: Mathias Edenborn und Shanna Slaap (Foto: Limelight Live Entertainment/William Rutten)

„Pretty Woman“, der Blockbuster aus dem Jahr 1990 mit Julia Roberts und Richard Gere, erlebt derzeit ein opulent ausgestattetes Revival als Musicalversion, die nur noch heute und morgen im Wiener MuseumsQuartier zu sehen ist, ab Ende Juni in Graz und im Juli und August dann in Linz gastiert. Süß-romantisches 90er-Feeling wird nicht geboten, stattdessen zeigt sich Vivian, die Escortdame, die auf den vielbeschäftigten Manager Edward Lewis trifft, gleich von Beginn an von ihrer toughen Seite. Die Musik, von rockig bis gefühlvoll, komponierten Bryan Adams und Jim Vallance, geht gut ins Ohr und leistet Vorschub für großartige Choreografien.

Uraufgeführt im Jahr 2018 in Chicago (Regie und Choreografie: Jerry Mitchell, Buch: Garry Marshall und J. F. Lawton), wird „Pretty Woman – Das Musical“ hierzulande in einer deutschsprachigen Neuinszenierung gezeigt (Regie: Carline Brouwer, Buch und Liedtexte: Nina Schneider, Liedtexte: Frank Ramond). Zu ebener Erde und auf zwei Stockwerken entfaltet sich die wohl bekannte Handlung, herausdrehbare halbrunde Elemente (Bühnenbild/Video Design: Carla Janssen Höfelt) verwandeln das Setting, je nach Szene, von der Hotelsuite zur Nobelboutique oder auch zum Polostadion. Sehr stimmig fügen sich auch die farbenprächtigen Visuals im Hintergrund in die Atmosphäre ein. Das ausgeklügelte Lichtdesign (Marc Heinz) nimmt einen wichtigen Stellenwert ein, strukturiert Parallelhandlungen auf der Bühne oder rückt andere Aktionen in den Fokus.

Unter der musikalischen Leitung von Dan Tomkinson singt und spielt ein energiegeladenes Ensemble. Shanna Slaap mimt eine ungemein sympathische, freiheitsliebende, auf ihre Standards achtende Vivian, die sich mit ein wenig Selbstironie durch den tristen Alltag rettet. An ihrer Seite verkörpert Mathias Edenborn den etwas abgebrühten Geschäftsmann Edward, der im Verlauf der Handlung seine Lektion zu lernen hat, dass man mit Geld doch nicht alles kaufen kann. Als Kit De Luca, Vivians quirlige Freundin und deren Fels in der Brandung, sorgt Sophie Reinicke für humorvolle Momente, aber auch für Augenblicke des Mitgefühls, etwa, wenn sie Vivian vor den Gefahren auf der Straße zu beschützen versucht. Benjamin Plautz überzeugt als Edwards aalglatter, kaltblütiger skrupelloser Anwalt Philip Stuckey. Benedikt Ivo füllte gleich drei Rollen ungemein wandlungsfähig aus – als menschenfreundlicher Happy Man im Hippie-Look, als korrekter und zugleich gutherziger Hotelmanager Mr. Thompson und als willfähriger Boutiquenchef Mr. Hollister. Valerio Croce sorgt als übereifriger, stets auffallend gut gelaunter Hotelpage Giulio für besonderes Amüsement. Eline Vroons rasante Choreografien haben den richtigen Pep, die Kostüme von Cocky van Huijkelom bieten modisches Flair der frühen 90er-Jahre, von der farbenfrohen Straßenkleidung zu den edlen Designerstücken (inklusive des ikonischen roten Kleids), die Vivian im weiteren Verlauf der Handlung trägt.

Roy Orbisons Evergreen „Oh, Pretty Woman“ wird erst zum Finale intoniert, bis dahin gilt es, in die Lovestory zwischen Vivian und Edward, die beide eine innere Wandlung erleben – weibliche Selbstermächtigung auf Vivians Seite und eine Läuterung vom emotionslosen Geschäftsmann zum empathischen Partner bei Edward –, einzutauchen. Eine sehr charmante Produktion, die rundweg zu empfehlen ist!

„Pretty Woman – Das Musical“: MuseumsQuartier/Halle E, zu sehen noch bis 12. April 2026, danach von 30. Juni bis 12. Juli 2026 in Graz (Oper Graz) und von 14. Juli bis 16. August 2026 in Linz (Musiktheater Linz)

Weitere Informationen: limelight-live.de/produktionen/pretty-woman/show

Tickets: www.oeticket.com

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