
„Die Mausefalle“ aus der Feder von „Queen of Crime“ Agatha Christie ist nicht nur ein Klassiker, sondern auch das wohl auch am längsten laufende Theaterstück aller Zeiten. Seit seiner Premiere am 25. November 1952 im Londoner Westend (die Uraufführung fand wenige Wochen zuvor in Nottingham statt) wird es – mit einer Unterbrechung in Covid-Zeiten – täglich gespielt.
Die Schauspielgruppe „Il vero teatro“ rund um die künstlerische Leiterin Veronica Buchecker hat sich nun dieses „Whodunits“ angenommen und präsentiert dem mitfiebernden Publikum eine klassisch-werktreue Inszenierung, die beste Krimi-Spannung bietet und natürlich – sofern man das Werk nicht kennt – auch zum Mitraten, wer nun den Mord begangen hat, einlädt. Jeder einzelne Charakter wurde ideal besetzt, und insgesamt bietet das Stück in gewohnter Christie-Manier die eine oder andere Wendung, die, nicht zuletzt auch durch die gekonnte Regie von Veronica Buchecker, den Spannungsbogen aufrecht hält.
Im Nu findet man sich im Wohnzimmer des noch recht frisch vermählten Paares Mollie und Giles Ralston wieder. Eben erst haben sie ihren Landsitz Monkswell Manor in der Nähe von London als Pension eröffnet, und gleich am ersten Tag trudeln die unterschiedlichste Gäste ein. Sandra Bern verkörpert die noch sehr unsichere, da im neuen Metier der Beherbergung völlig unerfahrene Mollie mit großer Subtilität. Viele ihrer Gesten verraten schnell, dass Mollie ob der neuen Herausforderung sehr beansprucht wird. Ihr zur Seite steht Gatte Giles, dargestellt von Thomas Bauer, der seinen Charakter mit großem Beschützerinstinkt ausstattet, ihm aber auch zuweilen herrische Züge verleiht.
Als erster Gast trifft Christopher Wren – von Reinhard Müller herrlich exaltiert verkörpert –, ein aufstrebender Architekt, der sich fast ein wenig zu viel des Guten um die Küche des Hauses und die Gastgeberin selbst kümmert. Ihm folgt die andauernd nörgelnde Mrs. Boyle, der rein gar nichts recht gemacht werden kann, sehr überzeugend dargestellt von Kristina Krenn. Unterstützung für die genervten Pensionsbesitzer kommt vom dienstbeflissenen Major Metcalf, dem nächsten Gast, mit soldatischem Tonfall dargestellt von Walter Koch. Sehr gelungen mimt Veronica Buchecker die Rolle der unterkühlten Miss Casewell, die wahrlich nicht darauf versessen ist, sich bei ihrer Umgebung beliebt zu machen. Peter Masch gibt einen übergriffigen Mr. Paravicini mit italienischem Akzent, der zu guter Letzt als unerwarteter Gast in Monkswell Manor eintrifft.
Zur großen Überraschung der Hausbewohner wird telefonisch die Ankunft eines Detectives angekündigt, der im Fall der kurz zuvor in London ermordeten Mrs. Lyon ermitteln soll. Zu allem Überfluss ist das Anwesen, bedingt durch heftigen Schneefall, so gut wie von der Außenwelt abgeschnitten. Ein neues Verbrechen wird nicht ausgeschlossen, so die Schilderung von Sergeant Trotter (sehr glaubhaft und intensiv dargestellt von Alexander Schrei), der die Pension nur noch auf Skiern erreicht. Die Stimmung kippt, als plötzlich ein zweites Verbrechen passiert…
Martin Gesslbauer hat ein gediegenes Wohnzimmer im Stil der 50er Jahre als Bühnenbild kreiert, dazu passen die stilechten Kostüme von Veronica Buchecker. Leider nur mehr bis kommenden Samstag (31. Jänner 2026) ist diese sehr empfehlenswerte Produktion im Theater Center Forum zu sehen (und dann wieder ab April). Auch wer das Stück schon kennt, aber selbstverständlich wer diesen Klassiker noch nicht gesehen hat, dem sei ein Besuch wärmstens ans Herz gelegt!
„Die Mausefalle“ von Agatha Christie: Zu sehen bis 31. Jänner 2026 im Theater Center Forum (Forum I), Porzellangasse 50, 1090 Wien, Beginn jeweils: 19.30 Uhr. Zweite Aufführungsserie: 22. April bis 3. Juni 2026
Weitere Informationen: www.theatercenterforum.com bzw. www.ilveroteatro.at