„Wer hat’s erfunden?!“: Amüsante Innenbeschau eines Eidgenossen

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„Wer hat‘s erfunden?!”: Erich Furrer erzählt von seinen Grenzerfahrungen zwischen Österreich und der Schweiz. (Foto: Conny de Beauclair)

„Wer hat‘s erfunden?!lautet der Titel des neuen Comedy-Solos von Erich Furrer: Geboren in Wien und aufgewachsen in der Schweiz, widmet sich der vielseitig schaffensfreudige Kabarettist (der auch als Schauspieler, Autor und Regisseur tätig ist) in seinem neuen Programm den Unterschieden zwischen österreichischer Wesensart und eidgenössischen Eigenheiten.

Unter der temporeichen Regie von Gabriela Benesch setzt Erich Furrer zur amüsanten Innenbeschau an und kreiert mit reichlich Körpereinsatz ein breitgefächertes Universum aus Szenen und Schauplätzen, die den ganz normalen Alltagswahnsinn gekonnt aufs Korn nehmen.

Furrer befragt das Publikum zu Beginn, ganz im Sinne der direkten Demokratie, ob es eine Pause wünscht, erzählt von seinen Grenzerfahrungen zwischen Österreich und der Schweiz, weiß, wo unsere Steuereuros landen und bewegt sich dabei stilsicher zwischen Schwyzerdütsch und Wienerisch.

Aber auch die nördlichen Nachbarn bekommen ihr Fett ab: Grandios ist Furrers Darstellung einer Tour de force durch den erschöpfenden deutschen Büroalltag, vom stressigen Meeting in der Firma bis zum kräftezehrenden Besuch im Fitnessstudio.

Witzige Bilder entstehen vor den Augen des Publikums, wenn Furrer, der die Risikosportart Fußball betreibt, von einer Polizeikontrolle im Auto nach der vierten Runde kleinen Bieres mit den Kollegen nach dem Training erzählt. Und wenn Erich Furrer detailreich die Bemühungen, seinen Schweizer Führerschein in eine EU-Fahrlizenz umschreiben zu lassen, schildert, wähnt man sich, dabei gewesen zu sein – so musste der Eidgenosse erst lernen, dass die LPD (Landespolizeidirektion) keine politische Partei ist und ein Marathon von der Behörde zur amtsärztlichen Untersuchung und wieder zurück zwangsläufig dazugehört.

Regisseurin Gabriela Benesch, Kabarettist Erich Furrer (Foto: www.beneschfurrer.com)

Furrer schaut genau hin, verpackt auch die boshafteren Gags auf charmante Art und Weise und punktet zudem noch mit Gesangsdarbietungen. Die Gesten sitzen, das Timing passt perfekt – ein höchst sehenswertes Potpourri aus  treffsicheren Pointen!

Kommende Termine: 18. Oktober (19.30 Uhr), Theater Akzent — 20. Oktober (20 Uhr), Villa Kunterbunt, Pressbaum — 14. November (20 Uhr), Metropoldi

Weitere Informationen: www.beneschfurrer.com

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