Konzert „Best of Marco Frank“ am 3. Juni: Schlummernde Schätze wiederentdecken

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Best of Marco Frank

Die Krypta der Canisiuskirche in Wien-Alsergrund ist am 3. Juni 2026 der Austragungsort für ein Konzert, in dessen Rahmen musikalische Raritäten wiederentdeckt werden: Der Verein Marco Frank hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Werk des gleichnamigen Komponisten der Vergessenheit zu entreißen und einem größeren Publikum näher zu bringen.

„Best of Marco Frank“ bietet einen facettenreichen Querschnitt durch das musikalische Schaffen des in Wien geborenen Tonkünstlers. 1881 in der Leopoldstadt zur Welt gekommen, studierte er Musik in Neapel und Paris (bei Jules Massenet und Claude Debussy) und gründete im Jahr 1900 ein Streichquartett. Von 1904 bis 1934 war Marco Frank als Bratschist im Volksopernorchester tätig.
1939 musste er in die USA emigrieren, 1948 kehrte er nach Wien zurück und unterrichtete bis 1951 am Konservatorium. Ab 1952 war Marco Frank freischaffender Komponist und verfasste vier Opern (darunter „Eroica“, Uraufführung in der Wiener Volksoper, 1919; „Das Bildnis der Madonna“, Erstaufführung in der Wiener Staatsoper, 1925; „Die fremde Frau“, Uraufführung in der Wiener Staatsoper 1937), drei Symphonien, Kammermusik, Orchesterwerke, Lieder sowie das Oratorium „Stabat mater“ (1935).
Er erhielt 1931 den Berufstitel Professor und wurde 1961 mit dem Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse ausgezeichnet. Im selben Jahr verstarb Marco Frank und wurde in einem Ehrengrab der Stadt Wien beigesetzt. Sein breites musikalisches Schaffen ist heutzutage kaum noch bekannt.

Ronen Nissan, künstlerische Leitung
Ronen Nissan, künstlerische Leitung (Foto: Verein Marco Frank)

Ronen Nissan, künstlerischer Leiter des „Best of Marco Frank“-Projekts, Dirigent, Arrangeur und Gitarrist, hat sich auf eine musikalische Spurensuche begeben. Mit ihm habe mich via E-Mail über seine Zufallsentdeckung, seine „Fundstücke“ in der Musiksammlung der Nationalbibliothek und weitere Pläne zu Marco Frank unterhalten.

Durch die Lektüre des Buches „Ihre Dienste werden nicht mehr benötigt. Aus der Volksoper vertrieben – Künstlerschicksale 1938“ (Amalthea Verlag, 2023) von Marie-Theres Arnbom bist du auf Marco Frank gestoßen. Was hat dich an diesem Künstler und seinem Schaffen so fasziniert?
Ronen Nissan: Das Kapitel in dem Buch über Marco Frank beginnt mit einem Satz, der mir nicht mehr aus dem Kopf ging: „In der Musiksammlung der Nationalbibliothek schlummern Schätze“. Und dann faszinierte mich der Unterschied zwischen Marco Franks Bekanntheitsgrad in der Wiener Musikszene und seinem heutigen völligen Vergessen. Immerhin wurde er in einem Ehrengrab der Stadt Wien beerdigt!

Im April 2025 hast du mit deinem Ensemble Marco Franks Oper „Das Bildnis der Madonna“ (erstaufgeführt 1925 in der Wiener Staatsoper) nach 100 Jahren erstmals wieder zur Aufführung gebracht. Was macht dieses Werk für euch so besonders?
Wir haben uns für die Oper „Das Bildnis der Madonna“ entschieden, weil sie vor genau 100 Jahren an der Wiener Staatsoper uraufgeführt wurde und wir den größten Teil davon mit nur drei Sängern (die drei Hauptrollen) und Klavier aufführen konnten. In der Nationalbibliothek konnte ich sogar mehrere Exemplare des Klavierauszugs der Oper finden, die mit „Staatsoper“ gestempelt sind, einige Exemplare sogar mit Bleistiftanmerkungen, Kürzungen, Textänderungen usw. Oder anders gesagt: Arbeitskopien!

1939 emigrierte er in die USA, 1948 kehrte Marco Frank nach Wien zurück. Trotzdem sind er und sein Schaffen heute leider in Vergessenheit geraten. Hier setzt der Verein Marco Frank an – wie?
Das kommende Konzert ist ein perfektes Beispiel dafür, was der Verein zu erreichen versucht: „The Best of Marco Frank“ – eine möglichst breite Auswahl seiner Musik mit unseren sehr begrenzten Mitteln zur Aufführung zu bringen.

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Marco Frank wurde in einem Ehrengrab der Stadt Wien beerdigt. (Foto: Verein Marco Frank)

Was erwartet das Publikum am 3. Juni?
Drei Liebesduette aus den drei großen Opern, Lieder, Instrumentalstücke für Klavier, Bratsche-Etüden und eine kleine musikalische Überraschung!

Gibt es Pläne, weitere Werke von Marco Frank zur Aufführung zu bringen?
Ja,  von den drei großen Opern gibt es nur Klavierauszüge. Ich würde gerne Teile davon orchestrieren und diese Musik mit einem Orchester aufführen, um die opernhafte Kraft dieser Musik wieder erlebbar zu machen.

„Best of Marco Frank“: Konzert zum 65. Todestag des Komponisten
Mittwoch, 3. Juni, 2026 (Beginn: 19.30 Uhr) in der Krypta der Canisiuskirche (1090 Wien, Pulverturmgasse 11)
Mitwirkende: Jerica Steklasa (Sopran), Marco Ascani (Tenor), Florencia Hernández (Klavier), Tomoko Miyanishi (Klavier), Leonid Leyner-Wolf (Viola)
Künstlerische Leitung: Ronen Nissan
Projektmanagement: Petra Greiler-Weiß
Unkostenbeitrag: 15 Euro

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