Volksoper Wien: „Vivaldi“ – ein Leben voller Extreme und Widersprüche

Drew Sarich als Antonio Vivaldi in der opulenten Inszenierung von Robert Meyer an der Wiener Volksoper (Foto: Barbara Pálffy/Volksoper Wien)

Die opulente Uraufführung von Christian Kolonovits’ Werk „Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit“ (Dirigent: Christian Kolonovits, Regie: Direktor Robert Meyer) an der Wiener Volksoper geriet zum Mega-Erfolg.

Bei seinem Volksoperndebüt in der Rolle des Protagonisten zu bewundern: der internationale Musicalstar Drew Sarich. Seinen Gegenspieler, Kardinal Ruffo, spielte Morten Frank Larsen, Vivaldis Muse und Geliebte Annina Girò wurde von Rebecca Nelsen verkörpert, in der Rolle Carlo Goldonis war Boris Pfeifer zu sehen. Countertenor Thomas Lichtenecker hatte einen imposanten Auftritt als Kastrat Caffarelli. Standing Ovations für die schwungvolle Musik, die tolle Inszenierung und das beeindruckende Ensemble!

In seinem neuen Werk verschmilzt Kolonovits’ Rockmusik mit Elementen des Barock und kreiert so ein neues Genre: die BaRock-Oper. „Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit“ (Libretto: Angelika Messner) erzählt vom skandalträchtigen und dramatischen Leben des Geigenvirtuosen und Komponisten Antonio Vivaldi (geboren am 4. März 1678 in Venedig, gestorben am 28. Juli 1741 in Wien).

Vor der stilisierten Karlskirche (Bühnenbild und Kostüme: Christof Cremer) führt der auffallend Rothaarige („il prete rosso“) sein Leben voller Extreme und Widersprüche, hin- und hergerissen zwischen Freiheitsliebe und dem Bedürfnis nach Anerkennung. Dass er als geweihter Priester in der 30 Jahre jüngeren Sängerin Annina Girò seine Muse findet, mit der er in wilder Ehe lebt, macht die Sache nicht einfacher. Als seine Musik aus der Mode kommt, geht der 62-jährige nach Wien, um Kaiser Karl VI. um Unterstützung zu bitten. Doch der Kaiser stirbt – und im Jahr darauf stirbt auch Vivaldi.

Unweit der Karlskirche, auf dem Spitaller Gottsacker (dem heutigen Karlsplatz, wo das Hauptgebäude der Technischen Universität steht) schließt sich der Kreis. Hier findet der einstige Superstar der Barockmusik in einem Armengrab seine letzte Ruhe. Eine Gedenktafel erinnert an ihn.

Weitere Informationen: www.volksoper.at

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