„Frauen sind keine Engel“: Packende Filmgeschichte in Noten

„Frauen sind keine Engel“: Packende Filmgeschichte in Noten
Susanne Marik interpretiert eindrucksvoll, am Klavier virtuos begleitet von Béla Fischer, ein buntes Potpourri an Ohrwürmern des frühen deutschsprachigen Tonfilms. (Foto: Susanne Marik)

Ein spannendes Kapitel Film- und Zeitgeschichte schlagen Susanne Marik (Gesang) und Béla Fischer (Klavier) in ihrem neuen Programm „Frauen sind keine Engel“ (Buch und Regie: Gerald Szyszkowitz) auf.

Im Fokus steht der frühe deutschsprachige Tonfilm: Das Künstler-Duo lässt die berühmtesten Evergreens aus düstersten Zeiten – aus Filmen der 1930er und 40er Jahre – wieder aufleben, dazu bietet Marik wissenswerte Details zur Entstehungsgeschichte des jeweiligen Streifens dar.

Die UFA (Universum-Film AG) wurde im Jahr 1917 gegründet, zehn Jahre später vom Medienunternehmer und späteren Reichswirtschaftsminister Alfred Hugenberg aufgekauft, um sie 1933 der NSDAP zu unterstellen. Filme wie „Der blaue Engel“ (1930, Josef von Sternberg), „Die drei von der Tankstelle“ (1930, Regie: Wilhelm Thiele) oder „Der Kongress tanzt“ (1931, Regie: Erik Charell) entstanden in der Frühzeit dieser Produktionsfirma.

Auch der wunderbaren Glanzstücke der berühmten Comedian Harmonists, die Musikgeschichte schrieben, wird gedacht: Sechs junge Männer feierten als Berliner Vokalensemble ab 1927 große Erfolge („Veronika, der Lenz ist da“, 1930), mussten sich jedoch acht Jahre später trennen, da drei von ihnen jüdischer Abstammung waren und mit Berufsverbot belegt wurden.

Susanne Marik singt sich mit großer Lebhaftigkeit und viel Charme durch ein buntes Potpourri an beliebten Ohrwürmern, virtuos begleitet von Béla Fischer: „Das gibt’s nur einmal“, „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“, „Ein Freund, ein guter Freund“, „Kann denn Liebe Sünde sein“ und viele andere bestens bekannte Melodien dürfen da nicht fehlen.

Auch kleine Scherze mit dem Publikum, ebenso zwischen Sängerin und Pianisten als kongenialem Duo, haben ihren Platz. Marik und Fischer präsentieren einen Abend mit Tiefgang, der zum Nachdenken anregt, aber auch viele vergnügliche Momente bereithält. Bei der Zugabe sind auch die Besucher gefordert: „Mein kleiner grüner Kaktus“ darf, zum Gaudium des Publikums, zusammen mit der Sängerin intoniert werden. Es ist zu hoffen, dass der Vorstellung im Theater „Die neue Tribüne Wien“ (im Untergeschoß des Cafés Landtmanns) noch viele Spieltermine folgen!

Weitere Informationen: www.susannemarik.at

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