Wieden

„Bettgeschichten“ in der Freien Bühne Wieden: Reise durch die Gedankenwelt eines Zimmermädchens

Was wäre, wenn…? Diese Frage stellt sich Linda, genannt Lynn, Zimmermädchen im Hotel Eden. Was wäre, wenn sie sich unter dem Bett eines Gastes verstecken müsste, weil dieser zu früh in seine Unterkunft zurückkehrt? Einmal passiert das nur zufällig, weil Lynn noch mit dem Saubermachen beschäftigt ist, doch ab dann wird es zu ihrer Passion, gedanklich in das Privatleben der Gäste einzutauchen. Jeden Dienstag versteckt sie sich in Zimmer 304

Freie Bühne Wieden: Philosophische Betrachtungen über Gott und die Welt

Zwei völlig unterschiedliche Weltanschauungen kollidieren im Londoner Arbeitszimmer von Sigmund Freud: Der berühmte Psychoanalytiker erachtet den Glauben an Gott als eine Form von mangelnder Reife, sein jüngerer Besucher, der Schriftsteller C. S. Lewis, hingegen ist überzeugter Katholik. So gestaltet sich die Ausgangssituation des spannungsreichen Zwei-Personenstücks „Freuds letzte Sitzung“ („Freud’s Last Session“, uraufgeführt in Pittsfield/Massachusetts im Jahr 2009) des US-amerikanischen Dramatikers Mark St. Germain, das Reinhard Hauser als deutschsprachige Erstaufführung für

„Hedy Kiesler Lamarr“ in der Freien Bühne Wieden: Hollywood-Diva und Technik-Genie

Auf die Spuren einer höchst spannenden Persönlichkeit, deren Leben und Werk sich äußerst vielschichtig darstellen, hat sich Wilhelm Pellert in seinem Monodrama „Hedy Kiesler Lamarr“ begeben. Profund recherchiert, bietet Pellert einen breitgefächerten Einblick in die Welt des einstigen Hollywood-Stars und liefert damit auch einen kurzweiligen Abriss lebendiger Filmgeschichte. Uraufgeführt im Jahre 2005, hat Michaela Ehrenstein das reizvolle Ein-Personen-Stück in der Regie von Gerald Szyszkowitz wieder auf den Spielplan der Freien

Rundes Jubiläum für die Freie Bühne Wieden: 40 Jahre lebendige Theaterkultur

Am 17. Dezember feiert Michaela Ehrenstein, Direktorin der Freien Bühne Wieden, das runde Jubiläum ihres Hauses im Rahmen eines großen Gala-Abends mit zahlreichen Kolleginnen und Kollegen. Vor genau 40 Jahren von Topsy Küppers gegründet, wurde die Freie Bühne Wieden im Laufe der Jahre eine Pilgerstätte für viele Kulturaffine. Das Theaterjuwel mit seinen 98 Sitzplätzen gilt als Ort der Begegnung und der Auseinandersetzung mit hochaktuellen Themen. „Es ist eine große Freude, Theater

Freie Bühne Wieden: Moralisches Gewissen wider Profitgier

„In der Geschäftswelt ist für Sentimentalitäten kein Platz“, empört sich die Funktionärin jener Bank, die die „Taborwerke“ finanziert. Diese sind als Traditionsunternehmen seit 130 Jahren auf Glaserzeugung spezialisiert – ein neuer Auftrag, der vertraglich sogar von Regierungskreisen abgesegnet wurde und Vollbeschäftigung auf zwei Jahre hinaus sichern soll, sorgt jedoch für Aufregung im Unternehmen. Statt Glas sollen von nun an Buntmetallteile hergestellt werden, allerdings zu fragwürdigen Zwecken, und diese sollen nach

Freie Bühne Wieden: Zeitlose Charakterstudie in edlem Gewand

Die Freie Bühne Wieden feiert heuer im Dezember ihr 40-jähriges Bestehen, und zum Saisonauftakt setzte Direktorin Michaela Ehrenstein einen Klassiker der österreichischen Literatur des Fin de Siècle auf den Spielplan: die Tragikomödie „Das weite Land“ von Arthur Schnitzler, die in der Inszenierung von Gerald Szyszkowitz bereits im Juni – im Rahmen der Sommer Spiele Schloss Hunyadi in Maria Enzersdorf – zu sehen war. Uraufgeführt am Wiener Burgtheater im Jahre 1911,

„Was jetzt, Professor Higgins?“: Die Emanzipation der Eliza D.

„Was wäre, wenn…?“ steht als Frage über dem spannenden Stück „Was jetzt, Professor Higgins?“ von Helga Leitner, das seine Uraufführung im Festsaal der Bezirksvorstehung Wieden erlebte. Leitners Konversationsstück setzt 25 Jahre nach dem Ende von George Bernard Shaws „Pygmalion“ an: Henry Higgins, Professor für Sprachwissenschaft, war es gelungen, die junge Eliza Doolittle, eine Blumenverkäuferin aus einfachen Verhältnissen, zu einer Dame der feinen Londoner Gesellschaft samt entsprechendem Auftreten zu verwandeln. Shaws

Kurz gebloggt: Rendezvous mit Hermann Leopoldi und Helly Möslein in der Freien Bühne Wieden

Heute eine Kurz-Kritik, abseits der Anja Schmidt – Kultur-Schatulle: Gestern habe ich der Freien Bühne Wieden einen Besuch abgestattet, um dort einen wunderbaren Abend im Zeichen des wienerischen Chansons zu verbringen. „Ach, Sie sind mir so bekannt!“ nennt sich das Programm (Buch und Regie: Gerald Szyszkowitz), in dem Susanne Marik, großartig begleitet von Béla Fischer am Klavier, einen Streifzug durch das Werk des Wiener Komponisten (1888 bis 1959) unternimmt. Marik

Freie Bühne Wieden: Verhängnisvolles Ende einer Männerfreundschaft

Welch Mammutprojekt Michaela Ehrenstein mit der Inszenierung von Jean Anouilhs „Becket oder Die Ehre Gottes“ auf die Bühne ihres Hauses gehievt hat, ist für die  Zuschauerin wohl nur erahnbar. Tatsache ist, dass das in Wien selten aufgeführte Stück – die Uraufführung fand im Jahre 1959 im Théâtre Montparnasse in Paris statt – mit nicht weniger als 18 Schauspielern (eigentlich 19, da die Rolle des Papstes doppelt besetzt wurde) in einer

Freie Bühne Wieden: Anouilhs „Becket oder Die Ehre Gottes“ ab 5. April

Am kommenden Dienstag (5. April) steht die Premiere eines lange nicht mehr in Wien gespielten Klassikers in der Freien Bühne Wieden bevor: Jean Anouilhs „Becket oder Die Ehre Gottes“ wird von der Direktorin des Hauses, Michaela Ehrenstein, mit einem großen Ensemble inszeniert. Anouilh thematisiert das schwierige Verhältnis zwischen Kirche und Staat im zwölften Jahrhundert: Die Freundschaft zwischen dem normannischen König Heinrich II. und seinem Freund und Berater Thomas Becket scheitert