Komödie am Kai

Komödie am Kai feiert 35-jähriges Jubiläum: „Frühere Verhältnisse“ zwischen Sein und Schein

Gleich vorweg: Diese Nestroy-Inszenierung sollte man keinesfalls versäumen! Zeitlos und sich ganz dem Wortwitz des großen Wiener Satirikers verschreibend, hat Peter Josch eines der Spätwerke von Johann Nepomuk Nestroy, „Frühere Verhältnisse“, für die Komödie am Kai inszeniert. Der Einakter, eine Posse mit Gesang (musikalische Leitung: Walter Lochmann), nimmt die ambivalenten Moralvorstellungen der bürgerlichen Gesellschaft aufs Korn und entlarvt diese mit beißendem Scharfsinn: Der wohlhabende Holzhändler Herr von (!) Scheitermann ist

„Der dressierte Mann“ in der Komödie am Kai: Ein Frauenversteher in der Bredouille

Damit hat er nicht gerechnet: Frauenversteher Andreas, der seine Liebste mit einem romantischen Candlelight-Dinner samt Heiratsantrag überraschen möchte, fällt aus allen Wolken, als ihm seine Lebensgefährtin Laura eröffnet, befördert worden zu sein. Die perfekte Beziehung auf Augenhöhe ist im Nu ramponiert, zumal sich Andreas selbst Hoffnungen auf den Posten in der Top-Etage gemacht hat und Laura zudem auch noch ein Vielfaches von seinem Gehalt verdienen wird. Und für Andreas ganz

Komödie am Kai: Ein Chaos rund um pikante Pakete – und wie man sie wieder los wird

Es könnte alles perfekt sein: Das frischgebackene Ehepaar Francesca und Marcello kommt aus den Flitterwochen zurück, möchte die traute Zweisamkeit genießen – doch stattdessen wird das junge Glück auf eine harte Probe gestellt. Francesca, die nebenbei zum Haushaltseinkommen beitragen will, erhält per Post eine Sendung mit vermeintlichen Gesundheitsprodukten aus Bio-Algen, die sie gewinnbringend verkaufen möchte. Beim Öffnen des Pakets stellt sich jedoch heraus, dass statt der Diätartikel pikantes Spielzeug für Erwachsene

„Frauenzimmer“: Die vielen Facetten des Frau-Seins

Von Adam, der ihm ebenbürtigen Lilith und Eva, die aus einer seiner Rippen geschaffen wurde, über Eichendorffs „Waldgespräch“ zu Loriots Dialog über die Streitfrage nach dem schönsten Kleid: Einen breiten Bogen spannen Dagmar Truxa und Cornelia Schäfer in ihrem ebenso ideenreichen wie vergnüglichen Programm „Frauenzimmer – Von Hexen, Musen und Amazonen“, das vor vollem Haus in der Komödie am Kai dargeboten wurde. Es lohnt sich übrigens, bisweilen einen genaueren Blick

Komödie am Kai: Lodernde Eifersucht auf drei Etagen

Drei Frauen, drei Stockwerke, ein Mann: Die drei weiblichen Charaktere in Esther Vilars Komödie „EiferSucht“ wohnen zwar im selben Haus (in unterschiedlichen Etagen), kennen einander aber nicht persönlich. Ihre Gemeinsamkeit: Laszlo, erfolgreicher Rechtsanwalt, Mitte 50. Laszlo ist mit seiner gleichaltrigen Berufskollegin Helen (beide wohnen im 24. Stock eines Hochhauses in New York City) verheiratet. Mit Yana, einer Architektin aus dem 30. Geschoß, hat er ein Verhältnis. Die Lage spitzt sich

Komödie am Kai: „Mannsbilder“ im Spiegel der Damenwelt

„Lachschlager“ steht in großen Lettern oberhalb des Eingangs zur Komödie am Kai, und genau einen solchen servieren Sissy Boran und Andrea Eckstein (von beiden stammt die Idee, beide haben inszeniert) unter dem Titel „Mannsbilder“. Doppelconferencen, so wie man sie beispielsweise von Karl Farkas und Ernst Waldbrunn nur zu gut kennt, hat das Duo Boran/Eckstein zu einem grandiosen Pointen-Potpourri arrangiert. Der verbale Schlagabtausch zwischen dem „Gescheiten“ und dem „Begriffsstutzigen“ gelingt hervorragend:

Komödie am Kai: Warum der Papst in der Küche Kartoffeln schält

Ein zeitlos aktuelles Stück aus der Feder von João Bethencourt steht derzeit als Gastspielproduktion von Bruno Thost auf dem Spielplan der Komödie am Kai. Bethencourts warmherzige Komödie „Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde“ (Uraufführung: 1972 in Rio de Janeiro) ist eine wunderbare Utopie, wie es wäre, wenn die Menschen – auch nur für einen Tag – weltweit friedlich miteinander zusammenlebten. Sein Stück hat Bethencourt (geboren 1924 in Budapest,