„Frauenzimmer“: Die vielen Facetten des Frau-Seins

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„Frauenzimmer“: Dagmar Truxa (l.) und Cornelia Schäfer lesen vergnügliche und lebenskluge Texte über die vielen Facetten des Frau-Seins. (Foto: Richard Maynau)

Von Adam, der ihm ebenbürtigen Lilith und Eva, die aus einer seiner Rippen geschaffen wurde, über Eichendorffs „Waldgespräch“ zu Loriots Dialog über die Streitfrage nach dem schönsten Kleid: Einen breiten Bogen spannen Dagmar Truxa und Cornelia Schäfer in ihrem ebenso ideenreichen wie vergnüglichen Programm „Frauenzimmer – Von Hexen, Musen und Amazonen“, das vor vollem Haus in der Komödie am Kai dargeboten wurde.

Es lohnt sich übrigens, bisweilen einen genaueren Blick auf die Spielpläne der kleineren Theater zu werfen, wo Preziosen wie dieses Programm ihren verdienten Platz finden.

Mit feinem Gespür für eine Auswahl an lebensklugen und spannenden Texten – neben Brentano, Tucholsky und Gioconda Belli werden dem Publikum auch Werke aus Schäfers Feder präsentiert – changiert der Abend fernab jeglicher Klischees.

Aber auch erschreckende Details werden nicht ausgespart: Erst vor 72 (!) Jahren wurde die Schottin Helen Duncan als letzte Frau in Europa als Hexe verurteilt, und erst im Jahre 1951 wurde der Witchcraft Act unter Premierminister Winston Churchill außer Kraft gesetzt.

Doch das Heitere überwiegt, und es bereitet große Freude, den beiden Künstlerinnen, die perfekt interagieren und miteinander harmonieren, zuzusehen. Sehr amüsant stellt sich der Vergleich von zwei Tagebüchern dar, in denen aus weiblicher bzw. männlicher Sicht ein und derselbe Abend beschrieben werden. Oder die 77 Methoden, um Frauen glücklich zu machen – mitunter sind es ja oft die kleinen Dinge, die zählen.

Chansons wie „Der Novak lässt mich nicht verkommen“ oder „Non, je ne regrette rien“, vorgetragen von Dagmar Truxa, verleihen dem Abend noch eine besondere Würze. „Ich bereue nichts“: Das ist auch das Fazit eines wunderbaren Abends, der Mut zu mehr Gelassenheit macht – vor allem, wenn der Märchenprinz schon mit gutem Gewissen von seinem Thron gestoßen wurde.

Weitere Informationen: dagmartruxa.at bzw. www.cornelia-schaefer.at