Sommerspiele Grein: Liebe kennt keine Altersgrenzen

Agnes (Gertraud Frey) und Leopold (Josef Pechhacker) wittern Ungereimtheiten rund um das Ableben von Mimis Mann. (Foto: Sommerspiele Grein)

Eine höchst charmante Komödie präsentiert Intendant Michael Gert in seiner 54. Saison der Sommerspiele Grein: „Herbstzeitlose Liebe“ von Andreas Fritjof (Dirk Waanders, geboren 1965 in Köln), im Jahr 2004 am Hamburger Ohnsorg-Theater uraufgeführt, steht heuer auf dem Spielplan des historischen Stadttheaters.

Sehr warmherzig und mit viel Feingefühl zeichnet Fritjof die Charaktere seines Stücks: Agnes, Leopold und Alexander haben sich zu einer lebensfrohen Senioren-WG unter Leopolds Dach zusammengefunden. Während Letzterer die Annehmlichkeiten seines Polstersessels vor dem Fernseher schätzt, sorgt Alexanders Verhalten – schicke Anzüge, neues After Shave – neuerdings für Misstrauen unter seinen Mitbewohnern.

Und dann wird klar, was dahinter steckt: Alexander hat sich in Mimi verliebt, die allerdings verheiratet ist, glücklich, seit 50 Jahren. Als Mimis Gatte plötzlich verstirbt, just am Tag der Goldenen Hochzeit, steht ein Verdacht im Raum, der sogar einen Inspektor auf den Plan treten lässt…

Mimi (Christine Renhardt) freut sich über Alexanders (Erwin Bail) Heiratsantrag. (Foto: Sommerspiele Grein)

Fritjofs Komödie, die auch einen Hauch von Krimi-Spannung bietet, zeigt, dass Liebe keine Altersgrenzen kennt. Fritz Holy hat die Wirrungen rund um eine Beziehung mit Hindernissen zwischen Lebensversicherung, Heiratsantrag und polizeilichen Ermittlungen mit feinem Humor und viel Fingerspitzengefühl (von Bühnenbildner Erwin Bail stammt das behagliche Wohnzimmer-Interieur der Senioren-WG) inszeniert.

Die liebenswerten Charaktere der WG-Bewohner werden von einem charmanten Ensemble hinreissend verkörpert: Gertraud Frey ist eine vorwitzige Agnes, die den Stein ins Rollen bringt, Christine Renhardt eine lebenskluge Mimi, die der Wahrheit ins Gesicht sehen kann, Josef Pechhacker (mit unvergleichlicher Mimik) ein gemütlicher Leopold, der durch die Trainerin der Seniorengymnastik-Gruppe ungeahnte Energien in sich entdeckt und Erwin Bail ein eleganter Alexander, der temperamentvoll Mimis Herz mit Stil im Sturm erobert. Michael Gert ermittelt als seriöser Kriminalinspektor die Geschehnisse rund um den Todesfall.

Das Greiner Stadttheater – ein Architekturjuwel – ist auch Mitglied der Europäischen Route der Historischen Theater. Sehr zu hoffen bleibt, dass es auch im kommenden Jahr – nach dem angekündigten Umbau – eine Bühne für die 55. Saison der Sommerspiele bieten wird.

„Herbstzeitlose Liebe“ steht noch am 1., 2. und 3. September auf dem Spielplan der Greiner Sommerspiele: Aufführungen  freitags und samstags um 19 Uhr, sonntags um 17 Uhr.

Weitere Informationen: www.sommerspiele-grein.at

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