Theater

„Die Unschuld vom Lande“ im Bronski & Grünberg-Theater: Operetten-Potpourri mit Spaßfaktor

Alles begann mit einem großen grünen Fächer, den Ruth Brauer-Kvam geschenkt bekommen hatte: Er gehörte einst der Operetten-Diva Fritzy Massary (1882 bis 1969), die in Danzers Orpheum am Wiener Alsergrund große Erfolge feierte, später nach Berlin ging und auch bei den Salzburger Festspielen auftrat. Massarys Fächer inspirierte Brauer-Kvam zum Arrangement eines Potpourris aus zündenen Melodien und erheiternden Texten, einer Hommage an die Operette und zu Ehren der großen Sängerin: Unter

„Party für eine Leiche“ im Theater Center Forum: Krimi-Spannung als raffiniertes Katz-und-Maus-Spiel

Mit einer schwarz-weiß-schaurigen Filmsequenz startet Patrick Hamiltons Kriminalstück „Party für eine Leiche“ („Rope“) auf der Bühne des Theater Center Forums: Die junge Studentin Eva (Leonie Reiss) wird in der Wohnung zweier Kommilitoninnen kaltblütig mit einem Strick erdrosselt. Johanna und Charlotte haben aus Lust am – vermeintlich – perfekten Mord das Verbrechen gemeinschaftlich geplant, erstere als ausführende und treibende Kraft, die zweitgenannte als nervenschwache Komplizin. Eiskalt und berechnend wird das Mordopfer

„Es ist was es ist“ im Odeon: Auf den Spuren der vielen Facetten der Liebe

Der Liebe in all ihre Facetten widmet sich Shlomit Butbul im Rahmen ihres jüngsten Projekts „Es ist was es ist“, mit dem sie derzeit im Wiener Odeon gastiert. Butbul und Regisseurin Tania Golden haben sich auf eine Spurensuche durch den Kosmos des berühmten österreichischen Lyrikers Erich Fried begeben. Im Fokus steht die Frage nach der Wesensart dieser Emotion: Was ist eigentlich Liebe? Was macht sie mit dem Individuum in Ausnahmesituationen

„Frauen sind keine Engel“: Packende Filmgeschichte in Noten

Ein spannendes Kapitel Film- und Zeitgeschichte schlagen Susanne Marik (Gesang) und Béla Fischer (Klavier) in ihrem neuen Programm „Frauen sind keine Engel“ (Buch und Regie: Gerald Szyszkowitz) auf. Im Fokus steht der frühe deutschsprachige Tonfilm: Das Künstler-Duo lässt die berühmtesten Evergreens aus düstersten Zeiten – aus Filmen der 1930er und 40er Jahre – wieder aufleben, dazu bietet Marik wissenswerte Details zur Entstehungsgeschichte des jeweiligen Streifens dar. Die UFA (Universum-Film AG) wurde

„Es ist was es ist, sagt die Liebe“: Liebestöne nach Erich Fried im Odeon

„Es ist was es ist, sagt die Liebe – Liebestöne nach Erich Fried“ ist das neue Projekt betitelt, das Shlomit Butbul und Tania Golden am 12. März erstmals im Wiener Odeon präsentieren. Anhand der meisterhaften Lyrik von Erich Fried gehen die beiden Schauspielerinnen grundlegenden Fragen über die Liebe nach: „Was ist Liebe?“, „Was ist Liebe in Zeiten des Kriegs?“ und „Was ist Mensch-Sein ohne Liebe?“ Unter der Regie von Tania

KosmosTheater: „Medea. Stimmen“ als hochspannender Polit-Krimi

Die sprachgewaltige Autorin Christa Wolf rollt die Mordfälle rund um Medea, „die Fremde“, als hochspannenden Polit-Krimi auf, geschildert aus den verschiedenen Perspektiven der unmittelbar Beteiligten. Medea, die Kindsmörderin? Barbarin aus dem Osten? Opfer von Verleumdung? Rebellin gegen das Establishment? Die Hetzjagd gegen Medea, die ins reiche Korinth geflüchtet ist und damit geradewegs in ein patriarchal-kapitalistisches System, beginnt, als sie sich der Anpassung verweigert und die vorhandenen Machtstrukturen entlarvt. Unter den

„Bettgeschichten“ in der Freien Bühne Wieden: Reise durch die Gedankenwelt eines Zimmermädchens

Was wäre, wenn…? Diese Frage stellt sich Linda, genannt Lynn, Zimmermädchen im Hotel Eden. Was wäre, wenn sie sich unter dem Bett eines Gastes verstecken müsste, weil dieser zu früh in seine Unterkunft zurückkehrt? Einmal passiert das nur zufällig, weil Lynn noch mit dem Saubermachen beschäftigt ist, doch ab dann wird es zu ihrer Passion, gedanklich in das Privatleben der Gäste einzutauchen. Jeden Dienstag versteckt sie sich in Zimmer 304

„Der dressierte Mann“ in der Komödie am Kai: Ein Frauenversteher in der Bredouille

Damit hat er nicht gerechnet: Frauenversteher Andreas, der seine Liebste mit einem romantischen Candlelight-Dinner samt Heiratsantrag überraschen möchte, fällt aus allen Wolken, als ihm seine Lebensgefährtin Laura eröffnet, befördert worden zu sein. Die perfekte Beziehung auf Augenhöhe ist im Nu ramponiert, zumal sich Andreas selbst Hoffnungen auf den Posten in der Top-Etage gemacht hat und Laura zudem auch noch ein Vielfaches von seinem Gehalt verdienen wird. Und für Andreas ganz

„Die Sakrilegia“ im Theater Experiment: Gefühle, Gelübde und ein Tagebuch aus der Vergangenheit

Eine junge Frau, nach einem Gewitter völlig durchnässt, quartiert sich in einem katholischen Pfarrhof ein. Von der Haushälterin und der Mesnerin mit Argwohn betrachtet, wird sie vom Hausherrn freundlich aufgenommen. Allmählich wird klar, wer die Fremde ist und was sie will: Selma führt ein Tagebuch mit brisantem Inhalt mit sich, das sie von ihrer mittlerweile verstorbenen Mutter erhalten hat. Und zornig konfrontiert sie den Pfarrer mit ihrem Wissen, der alsbald

Eine Familie zwischen Tradition und Moderne: Vienna Theatre Project mit „The Who and the What“ im Bar & Co.

„The Who and the What“, ein Stück des US-amerikanischen Dramatikers Ayad Akhtar (geboren 1970 in New York City), hat Joanna Godwin-Seidl für das Vienna Theatre Project inszeniert. Die Produktion feiert morgen (13. Februar) als europäische Erstaufführung Premiere im Theater Drachengasse. Akhtars Werk ist eine tiefgründige Komödie über eine Familie, die sich zwischen Tradition und Moderne bewegt: Protagonistin Zarina, eine Schriftstellerin und muslimische Feministin, schreibt an einem hoch kontroversiellen Buch. Zwar