Theater

Lesungen im Theater Brett: Vom Kaffeehausliteraten zum „rasenden Reporter“

Deutschsprachige Literatur aus Mitteleuropa präsentiert das Theater Brett (6., Münzwardeingasse 2) im Rahmen von vier Lesungen, die Co-Leiter Ludvik Kavin an vier Terminen im Monat Mai halten wird. Bereits morgen, Mittwoch (17. Mai), beginnt der Reigen mit den Werken des Prototypen der Wiener Kaffeehausliteraten, Peter Altenberg (1859 bis 1919), am 20. Mai liest Ludvik Kavin aus dem facettenreichen Werk Christian Morgensterns (1871 bis 1914). Der darauf folgende Abend (25. Mai)

Serapions Ensemble im Odeon: Eine Rebellion als Theater des Staunens

Mit dem Prozess der Herzensbildung beschäftigt sich das Serapions Ensemble auch im zweiten Teil der Trilogie „Fidèles d’Amour“ mit dem Titel „Rebellion“. Der Geist, so die Ausgangsthese, müsse erst über das stumpfe Wesen der Materie rebellieren, sich durch Erkenntnis gleichsam aus ihren Fesseln befreien, ehe er sich entfalten könne. Wer aber nach Glück und Harmonie strebt, darf sich auch nicht im Labyrinth der eigenen Gefühle verirren – Fesselung, Loslösung, Labyrinth

KiP – Kunst im Prückel: Salon Zuckerkandl – 1938 geschlossen!

Im Jahre 1931 gründete Stella Kadmon mit dem „Lieben Augustin“ im Souterrain des Café Prückel in der Wiener Biberstraße ein Kabarett, das die Ära der politisch-literarischen Kleinkunstbühnen in Wien einleitete. Da das Geld knapp war, wurde mit der damaligen Inhaberin des Prückel eine Konsumationsbeteiligung anstelle von Miete vereinbart und mit „Gugelhupf und Satire, Likör und Kitsch, Würstel und Seele“ geworben. Vor genau zehn Jahren wurde das Theater als „KiP. Kunst

Vienna Theatre Project mit „Art“ im Brick-5: Ein „Kunst“-Stück rund um Männerfreundschaften

Ein weißes Gemälde ist der Stein des Anstoßes, der die langjährige Freundschaft dreier Männer ins Wanken bringt. Der Dermatologe Serge ersteht ein Kunstwerk um 200.000 Francs – in weiß gehalten, mit weißen Streifen – und zieht sich die Kritik von Marc zu, einem Luftfahrtingenieur, der die Aktion seines Freundes weder versteht noch gutheißt. Dritter im Bunde ist Schreibwarenhändler Yvan, dessen Hochzeit unmittelbar vor der Tür steht: Er will zwischen den

Theater Center Forum: Eine Meisterin der Manipulation und ihr mörderischer Plan

Eva ist eine Meisterin der Manipulation – und alles, was sie sich in den Kopf setzt, muss auch so geschehen. Geschickt fädelt sie es ein, dass der junge Mann, den sie am Strand kennenlernt, nach und nach zum willenlosen Wesen mutiert. Bruno, der Unglücksrabe, verfällt der jungen, hübschen, augenscheinlich fürsorglichen Frau, und schon ist es um sein beschauliches Dasein geschehen. Eva gelingt es mühelos, die Obrigkeit davon zu überzeugen, dass

MuTh: Musikalische Vielfalt in allen Facetten

Das MuTh, der Konzertsaal der Wiener Sängerknaben in der Wiener Leopoldstadt, am Beginn des Augartens gelegen, startet wohlgemut in seine sechste Saison: Am 9. Dezember 2017 feiert das Haus sein fünfjähriges Jubiläum, und aus diesem Anlass luden die Verantwortlichen zu einer Pressekonferenz. Ein kurzer Rückblick auf die vergangene Spielzeit zeigt, dass das Konzept der Vielfalt funktioniert: Kammermusik, Kinderopern, Klänge aus aller Welt oder die Konzerte der Wiener Sängerknaben – das

„Wildwechsel“ im Theater Experiment: Rebellion bis zur Katastrophe

Die Liebesgeschichte zwischen einem jungen Mädchen und einem älteren Burschen wird einer ganzen Familie zum Verhängnis. Erika, 13 Jahre alt, knüpft zarte Bande zum 19-jährigen Alfred. Die Eltern verbieten ihrer Tochter den Umgang mit dem jungen Mann, aus Angst, ins Gerede bei den Nachbarn zu kommen. Erika widersetzt sich dem elterlichen Wunsch, trifft sich weiter mit Alfred, der dafür eine Haftstrafe ausfasst. Als er wegen guter Führung entlassen wird, setzen

Grimms Märchen für Erwachsene im MuTh: Wer hat Angst vorm bösen Wolf?

Als szenische Lesung mit Musik präsentiert Erich Schleyer in „Wer hat Angst vorm bösen Wolf!“ am Samstag, 29. April (Beginn: 19.30 Uhr) im MuTh (2., Am Augartenspitz 1) Grimms Märchen für Erwachsene als ernst-heitere Reise zur dunklen Seite unserer Seele. Vor 200 Jahren veröffentlichten die Brüder Grimm ihre Märchensammlung. Ursprünglich sollte diese zunächst nur der Wissenschaft dienen, zumal die Urfassungen von Rapunzel, Rotkäppchen, Dornröschen oder Blaubart keineswegs jugendfrei waren. Um

„Eva und Juan Perón“ in der Freien Bühne Wieden: Mit eisernem Willen und Kalkül an die Macht

„Eine Romanze der Macht“ lautet der Untertitel des biografischen Theaterstückes „Eva und Juan Perón“, des neuen Bühnenwerks von René Rumpold, das derzeit in der Freien Bühne Wieden zur Uraufführung gelangt. Wenig Romantisches hat Rumpold in sein Stück verpackt, vielmehr ist ihm ein präzise gezeichnetes Charakterporträt zweier Machtmenschenschen gelungen, die auf einander angewiesen sind, vorrangig, um die eigene Karriere zu forcieren. Zu den beiden titelgebenden Charakteren hat René Rumpold zwei Figuren

„Die Unschuld vom Lande“ im Bronski & Grünberg-Theater: Operetten-Potpourri mit Spaßfaktor

Alles begann mit einem großen grünen Fächer, den Ruth Brauer-Kvam geschenkt bekommen hatte: Er gehörte einst der Operetten-Diva Fritzy Massary (1882 bis 1969), die in Danzers Orpheum am Wiener Alsergrund große Erfolge feierte, später nach Berlin ging und auch bei den Salzburger Festspielen auftrat. Massarys Fächer inspirierte Brauer-Kvam zum Arrangement eines Potpourris aus zündenen Melodien und erheiternden Texten, einer Hommage an die Operette und zu Ehren der großen Sängerin: Unter