Abschied von Gertraud Frey-Holy

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Gertraud Frey-Holy (mit Michael Mischinsky, Iris Schmid und Gabriele Beren) in Fritz Holys Inszenierung von Oskar Zemmes „Die Sakrilegia (In Ewigkeit Amen)“ im Theater Experiment (Foto: Rolf Bock)

Die heimische Theaterlandschaft nimmt Abschied von einer großartigen und liebenswürdigen Künstlerin: Gertraud Frey-Holy, langjähriges Ensemblemitglied im Theater Experiment und bei den Sommerspielen Grein, ist am 24. Juni nach langer schwerer Krankheit verstorben.

Frey-Holys künstlerisches Schaffen war von beeindruckender Vielfalt geprägt: Seit 1968 war sie an vielen österreichischen Bühnen, vorwiegend in Wien, engagiert, darunter im Belvederetheater, Ateliertheater, Theater der Courage, Theater in der Josefstadt und bei den Sommerspielen Stift Altenburg. In unzähligen Vorstellungen sorgte Gertraud Frey-Holy auch auf der Bühne der Komödie am Kai, an der Seite ihrer Kolleginnen und Kollegen, für Glückseligkeit beim Publikum und wirkte bei unterschiedlichsten Film- und Fernsehproduktionen mit.

Im Vorjahr verkörperte Gertraud Frey-Holy die Rolle der vorwitzigen WG-Bewohnerin Agnes in Andreas Fritjofs charmanter Komödie „Herbstzeitlose Liebe“ bei den Sommerspielen Grein (Regie: Fritz Holy), davor brillierte sie in Oskar Zemmes „Die Sakrilegia (In Ewigkeit Amen)“ im Theater Experiment als strenge, aber gutmütige Pfarr-Haushälterin, ebendort im Jahr 2016 als lebenslustige Magdalena in ihrer eigenen Inszenierung von Walter Hasenclevers Komödie „Ehen werden im Himmel geschlossen“ und als rebellische Magd in August Strindbergs Kammerspiel „Der Scheiterhaufen“ (Regie: Erich Martin Wolf), wiederum im Theater Experiment.

Ernsteren wie heiteren Rollen verlieh Gertraud Frey-Holy stets einen ganz besonderen, wahrhaftigen Ausdruck. Ihr künstlerisches Wirken wird nachhaltig in bester Erinnerung bleiben, ebenso wie ihr liebenswürdiges und humorvolles Wesen. Die feierliche Verabschiedung von Gertraud Frey-Holy findet am Dienstag, den 10. Juli, um zwölf Uhr auf dem Friedhof Groß-Jedlersdorf (21., Strebersdorfer Straße 4) statt.

Liebe Traude, Du hinterlässt eine riesige Lücke, und ich bin sehr traurig, dass ich Dich nicht mehr auf der Bühne erleben darf. Andererseits bin ich dankbar, Dich in so großartigen Rollen, vor allem im Experiment (oftmals  unter der Regie Deines lieben Ehemannes, Fritz Holy) und bei den Sommerspielen Grein gesehen zu haben. Dein Publikum wird Dich schmerzlich vermissen!

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